Traditionsbetrieb am Ende

Die Filialen bleiben bestehen

Die Fleischerei Harger ist insolvent. Sie muss ihre Produktionsstätte in Kapfenberg-Diemlach schließen. 23 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit.  

Seit ihrer Gründung 1919 in Bruck/Mur produzierte das Unternehmen Fleisch- und Wurstwaren in höchster Qualität. Davon zeugen etliche Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Fachwettbewerben. So wurden in Diemlach an die 150 Wurst- und Schinkensorten hergestellt. Beliefert wurde die Firma Harger von mehr als 100 Lieferanten, viele davon Bauern aus der Region.

Schuld an der Insolvenz ist laut Auskunft des Unternehmens der Umsatzrückgang durch den enormen Preisdruck der Supermarktketten. Jene Supermarktketten, die ihre Wurstwaren von Großfabriken und der Massentierhaltung beziehen. Tiere, die über hunderte Kilometer unter Qualen zur Schlachtbank transportiert, mit Pharmazeutika gespritzt und mit billigsten Futtermitteln versorgt werden.

 Die Supermarktketten schreiben Jahr für Jahr neue Rekordgewinne. Über tausende Kilometer werden die Wurstwaren mittels LKW herangekarrt (zB. spanischer Serranoschinken etc., etc.). Hauptsache billig eingekauft und teuer verkauft.

 Auf der Strecke bleiben dabei  die kleinen Qualitätsproduzenten wie die Firma Harger mit ihren Mitarbeitern und Lieferanten aus der regionalen Landwirtschaft.

Zuerst hat man die kleinen Greißler, die Bäcker und Fleischhauer als Nahversorger verdrängt, jetzt sind die nächst Größeren an der Reihe bis schlussendlich nur mehr die multinationalen Großkonzerne alleine übrig sind.Und übrigens: billiger wird’s trotzdem nicht, vergleichen Sie ihre Einkaufspreise von vor zwei Monaten mit jenen von heute.

„Es lebe die freie Marktwirtschaft!“

5. Dezember 2012