Minex: noch viele Fragen offen

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Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist abgeschlossen, im August fiel das positive Urteil in 2. Instanz. Minex kann damit mit der Errichtung ihrer Verhüttungsanlage beginnen. Doch viele Fragen sind noch offen und die Verunsicherung in der Bevölkerung groß.

Die Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Aichfeld“ informierte auf einer Versammlung Anfang November über ihre Einschätzung einer möglichen Asbestbelastung durch das geplante Werk.  Sie hat gemeinsam mit dem WWF Revision gegen das Urteil eingelegt.

Für Laien ist die Thematik schwer zu durchschauen. Wir haben daher mit dem Trofaiacher KPÖ-Gemeinderat und Verfahrenstechniker an der Universität Leoben, Ao.Prof DI Dr. Christian Weiß, der an der UVP beteiligt war ein Interview geführt:

MINEX ist in aller Munde. Was genau hat es damit auf sich und wo liegen die Probleme?

Die Firma MINEX möchte in Zeltweg ein Werk errichten. Es sollen aus gewissen Gesteinsverbindungen spezielle Mineralien und Metallkonzentrationen gewonnen werden um diese kommerziell zu verwerten. Derzeit ist vorgesehen dieses Gestein aus dem Steinbruch in Preg zu beziehen. Da bekannt ist, dass dort asbestartige Minerale (unter anderem Antigorit) im Gestein vorkommen, gibt es Befürchtungen - etwa von Seiten der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Aichfeld“  - dass es in Zeltweg zu einem Ausstoß von Asbestfasern kommen könnte.

Sind diese Befürchtungen berechtigt?

Tatsächlich kann es beim Verladen des Materials und im Zuge des Zermahlens des Gesteines bei der Aufarbeitung zu einer nicht unbeträchtlichen Staubbildung kommen. Dieser Staub kann unter Umständen – hier sind sich die Geologen uneins – auch Antigoritfasern enthalten, welche ähnliche Eigenschaften wie Asbest aufweisen. Sicherheitshalber wurden der Firma MINEX daher im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung  Grenzwerte für die maximale Ausstoßmenge an Fasern vorgeschrieben. Auch muss beispielsweise bei der Verladung in geschlossenen Kreisläufen gearbeitet werden.

Heißt das, dass alles unter Kontrolle ist?

Jein. Einerseits wurde mittlerweile bekannt, dass MINEX aktualisierte und erhöhte Zahlen die Abluftmenge betreffend vorgelegt hat. Darum stellt sich die Frage, ob die Schadstoff-Ausbreitungsberechnung, welche im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde, nicht ebenfalls aktualisiert werden müsste. Außerdem bräuchte es zusätzlich zu den bisherigen Aussagen über die chemische Zusammensetzung auch eine mineralogische Defi nition des verwendeten Materials.

Was könnte man noch unternehmen um die Sicherheit für die Bevölkerung zu erhöhen?

Vernünftig wäre eine laufende Überwachung der Abluft aus der mechanischen Zerkleinerung im Produktionsprozess um rasch auf Änderungen reagieren zu können. Ferner müssen Maßnahmen, die die Arbeitssicherheit für die Beschäftigten garantieren, in ausreichendem Maße gesetzt werden.

Danke für das Gespräch.

Wir sind der Meinung, dass die Firma Minex  auf Grund der Unsicherheit und Besorgnis der Bevölkerung die Pflicht hätte die Menschen umfassend aufzuklären und zur Frage einer Gefährdung Stellung zu nehmen. Dass das bisher nicht geschehen ist, ist uns unverständlich. 

 

 

8. Februar 2019