Klimawandel - Wer zahlt die Zeche?

Kommentar von Gemeinderat Erich Wilding

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Die letzte Hitzewelle lässt erahnen, was der Klimawandel für Auswirkungen haben wird, und wie schwer es sein wird die Folgen zu ertragen.

Die Wissenschaft ist sich einig, dass es zu radikalen Veränderungen kommen muss damit unser Planet für Menschen längerfristig bewohnbar bleibt. Damit die Erde kein Wüstenplanet wird, und unsere Nachfahren eine gute Zukunft haben, müssten die Veränderungen jetzt beginnen. Außer schönen Worten und Absichtserklärungen deutet aber wenig daraufhin, dass die Politik die Lage ernst nimmt.

Immer noch werden energieverschwendende Veranstaltungen wie die Airpower mit Steuermitteln gefördert. Immer noch werden energieintensive Großevents, wie die Formel 1, hochgejubelt. Dabei geht es nicht darum, dass das Klima gerettet wäre, wenn diese Veranstaltungen nicht stattfi nden. Es geht darum, dass mit solchen Veranstaltungen nach dem Motto „Alles muss immer schneller, größer und stärker werden“ signalisiert wird, dass alles so weitergehen kann wie bisher. Und es wird klar gemacht, dass Wirtschaftsinteressen wichtiger sind als der Klimaschutz.

Dass  solche Veranstaltungen aber zunehmend hinterfragt werden ist ein Zeichen, dass sich Viele Gedanken machen und um die Zukunft besorgt sind. Wenn es zu großen Umbrüchen kommt, stellt sich die Frage wer ist schuld und wer bezahlt die Zeche?

Im  Jahr 2008 gab es einen großen Umbruch. Die durch Spekulationen hervorgerufene große Wirtschaftskrise bedrohte das kapitalistische Wirtschaftssystem Daraufhin wurden von den Regierungen tausende Millionen von Euro und Dollar an Steuergeld in Banken und Finanzwelt gepumpt. Der dadurch entstandenen Staatsverschuldung folgten Kürzungs pakete und Sozialabbau. Durch die Niedrigzinspolitik, die den Unternehmern nützt, verlieren Sparguthaben ständig an Wert – eine schleichende Enteignung der kleinen Sparer.  Bei dieser Krise haben nicht die Verursacher, sondern die arbeitenden Menschen die Zeche bezahlt. Bei der Klimakrise ist ähnliches zu befürchten.

Seit Beginn der Industrialisierung steigt der Ausstoß an klimaschädlichen Gasen. Laut österreichischem Umweltbericht sind die Sektoren Energie, Industrie und Verkehr für mehr als 73 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Konzerne und Unternehmungen ziehen aus der Produktion von Waren Gewinn. Durch den Verbrauch von Natur und Ressourcen werden Profite erzielt. Anstatt diese Profi te für die Finanzierung des Umweltschutzes heranzuziehen sinken weltweit die Steuern auf Gewinne und Vermögen.

Das Ziel der kapitalistischen Produktionsweise ist die Erzielung von möglichst viel Profit. Ohne Rücksicht auf Ressourcen werden viel mehr Waren produziert als jemals gebraucht werden. Bedürfnisse werden künstlich geweckt, umweltschädigende Produktionen ins Ausland verlagert. Umweltinvestitionen werden nur durchgeführt, wenn sie sich binnen kurzer Zeit rechnen. Das bedeutet nicht, dass nicht auch jede/r einen Beitrag zum Klimaschutz leisten muss - aber wenn Klimaschutz wirklich greifen soll, muss bei den großen Verursachern und Profi teuren angesetzt werden.

Gemeinderat Erich Wilding, Spielberg

13. Juli 2019