Keine Motoren aus Österreich für Killerdrohnen!
Rede von Anne Rieger, gehalten am 17.1.2026 in Wels
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
in Gaza leben tausende Kinder in Ruinen und Zelten. Zehntausende sind bereits gestorben. Überall in der Welt, wo von den Herrschenden Krieg geführt wird, ist das so: Menschen, ihre Häuser, die von ihnen selbst erbaute Infrastruktur, ihre sämtlichen Lebensgrundlagen werden bombardiert, brutal zerstört
Und überall in der Welt werden für dieses mörderische Tun auch Drohnen verwendet und in jeder Drohne steckt ein Motor und viele, sehr viele dieser Motoren werden hier in Gunskirchen bei Rotax hergestellt.
Wir wollen das nicht! Wir wollen weder Kriege noch Motoren für Killerdrohnen, nicht aus Gunskirchen, von nirgendwo deswegen stehen wir hier!
Wir klagen die Bundesregierung an, die zulässt, das Kriegsgerät in Österreich produziert und exportiert wird. Wir klagen die Eigentümer von Rotax an! Sie verdienen Milliarden an diesem Todesgeschäft. Sie gehören zu denen, in dessen Interesse Kriege geführt werden. Die an diesen Einmalprodukten an diesen Wegwerfartikeln verdienen. Gegen sie demonstrieren wir!
Die Beschäftigten und die Bevölkerung aber rufen wir auf: Hört auf, für Mordgeräte zu produzieren!
Setzen wir gemeinsam das Management und die Eigentümer des Werks unter Druck, dass sie ihr Todesgeschäft beenden. Ächten wir gemeinsam den Krieg! Ächten wir gemeinsam die Produktion von Kriegswaffen und die Zulieferung!
Ächten wir Geschäfte mit dem größten Rüstungskonzern Israel, mit Elbit, der Killerdrohnen mit Rotax Motoren bestücken lässt.
Arbeitsplätze? Ja die brauchen wir! Müssen die Menschen, die für die Rotax-Eigner arbeiten, Motoren für Killerdrohen produzieren um ihre Miete am Monatsende bezahlen zu können? Können sie nur das herstellen?
Nein müssen sie nicht, denn die Beschäftigten bei Rotax haben im Laufe von Generationen immer wieder bewiesen, dass sie unterschiedliche Geräte in unterschiedlichen Branchen produzieren können.
Gehen wir ein wenig in die Geschichte: Rotax wurde 1920 in Dresden, in Deutschland, gegründet. Eines der ersten Erfolgsprodukte war die Freilaufnabe für Fahrräder. Dann begann die deutsche Regierung den Zweiten Weltkrieg und die Eigner von Rotax ließen die Produktion auf einen anderen Industriezweig umstellen, u. a. auf Flugzeugausrüstung sowie Zündapparate für Militärflugzeuge und Stationärmotoren, die zur Stromerzeugung im Feld, also auf dem Kriegsschauplatz, eingesetzt wurden.
Warum ließen sie umstellen? Um ihre Profite zu erhöhen! Nirgends verdienen die Bosse so gut wie an der Produkten für Rüstung und Krieg.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verboten die Sieger, die Alliierten, Kriegsproduktion. Rotax stellte wieder problemlos die Produktion um! Unmittelbar nach Kriegsende, Zitat: „sicherte das Unternehmen sein Überleben“ durch die Produktion von Motoren für die Landwirtschaft, z. B. für Einachsschlepper, die einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau leisteten. Die leistungsstarken und leichten Antriebssysteme wurden weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Umstellung der Produktion auf zivile, auf Lebenserhaltende Güter ist also möglich. Es muss nur gewollt werden. Wir begrüßen das!
Dann aber geschah das Gegenteil: Es wurde auf Motoren für Kriegsgeräte umgestellt, Motoren für Killerdrohnen des israelischen Rüstungskonzern Elbing Wir fordern: Diese Produktion muss sofort aufhören!
Es muss umgestellt werden auf lebenserhaltende Güter - nicht todbringende Waffen, durch die Kinder sterben!
Die Konzernherren in Kanada und das Management hier sollen Arbeitsplätze für Motoren lebenserhaltender Drohnen zur Verfügung stellen. Wir wissen, dass die Beschäftigten - so wie wir alle - am Ende des Monats Miete zahlen, Lebensmittel für sich und ihre Kinder kaufen müssen, Kleider, Bücher, Fahrräder und vieles mehr.
Aber das notwendige Einkommen, kann auch mit anderen Produkten ermöglicht werden, wie die Vergangenheit gezeigt hat.
Und jetzt? Ich erinnere daran, dass, 2007 die BRP-Rotax in Kooperation mit dem Land Oberösterreich, also mit unserem Steuergeld - und der Oberbank das Regionale Innovations Centrum – RIC gründete. Als Innovations- und Forschungszentrum steht das RIC mit eigener ROTAX Academy für hochwertige und praxisorientierte Wissensvermittlung im Bereich der Digitalisierung und Robotik. Das RIC ist Impulsgeber für innovative Produktions- und Antriebslösungen der Zukunft, wirbt der Konzern.
Wir fordern Innovationsforschung für lebenserhaltende Zukunfts-Produkte. Denn es gilt: Wenn heute Geld für Aufrüstung ausgegeben wird, fehlt es morgen für Zukunftsprojekte wie Gesundheit, Bildung, Wohnen, im Sozialbereich, in der Kindererziehung.
Es ist nicht unser Krieg, den die Israel – auch mit Hilfe von Killerdrohnen – gegen die Menschen in Gaza führt. Die österreichische Regierung muss die Zusammenarbeit mit der rechtsextremen israelischen Regierung beenden!
Auch für Österreich werden Drohnen zum Kampf und Aufklärung beschafft, berichtet der stellvertretende Generalstabschef Hofbauer. Ihre Beschaffung ist Teil des Aufbauplans 2032 des Bundesheers für das wir 18 Mrd. Euro unserer Steuern den Rüstungskonzernen schenken sollen. Das wollen wir nicht!
Parallel wird uns und den Beschäftigten erzählt, die Aufrüstung Europas soll die Wirtschaft beflügeln. Das ist eine Lüge!
Schon lange wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt: Militärausgaben sind aus ökonomischer Sicht keine Investition, sondern „totes Kapital“. Sie werfen keine Erträge ab und führen zu keiner wirtschaftlichen Entwicklung! Der Multiplikator bei Rüstungsausgaben liegt bei 0,5 Prozent, also kein Wachstum sondern Rüstung zieht Ressourcen aus produktiven Bereichen ab. Bei Investitionen in die Infrastruktur dagegen beträgt der Multiplikator 1,5, bei der Bildung liegt er sogar bei drei Prozent.
Wir sind heute hier, weil wir keine Motoren für israelische oder österreichische Killer Drohnen wollen. Wir wollen ein friedliches neutrales Österreich, das Schritte setzt, um mit Diplomatie Frieden auf der Welt herzustellen, und in dem zivile Güter hergestellt werden.
Gerade bei Drohnen ist die zivile Produktion einfach, denn Drohnen können in verschiedenen zivilen Branchen eingesetzt werden:
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als Unterstützung für die Arbeit
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bei der Lebensrettung,
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in der Landwirtschaft,
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Vermessung,
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Meterologie,
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Logistik,
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Paketversand,
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Transport von Gütern in schwer zugänglichen Gebieten,
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bei der Jungwildrettung wie z.B. Rehkitze
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und vieles mehr.
Deswegen fordern wir: Zivile Produktion statt Rüstungsproduktion in unserem neutralen Österreich!
Veröffentlicht: 22. Januar 2026