Kassenfinanzierte Psychotherapie: KPÖ-Initiative angenommen

Klimt-Weithaler (KPÖ): „Höchste Zeit für gleichberechtigten Zugang zu Psychotherapie“

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Der zuständige Ausschuss des steirischen Landtags hat gegen die Stimmen der FP einen Antrag der KPÖ angenommen, der die Landesregierung auffordert, sich beim Bund für eine kassenfinanzierte Psychotherapie einzusetzen. Ziel soll ein Gesamtvertrag zwischen dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger und dem Bundesverband für Psychotherapie sein. Dadurch soll die kassenfinanzierte, für jedermann zugängliche, flächendeckende psychotherapeutische Versorgung in Österreich sichergestellt werden.

Medizinische Studien und Daten geben Anlass zur Sorge: 2009 waren 900.000 Menschen in Österreich  im Laufe eines Jahres wegen psychischer Probleme in ärztlicher Behandlung - Tendenz steigend. 840.000 von ihnen erhalten Psychopharmaka. 78.000 Personen sind wegen psychischer Diagnosen im Krankenstand - die Tendenz ist auch hier stark steigend.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler: „Ein gleichberechtigter Zugang zur Psychotherapie für alle, die sie brauchen, ist höchst an der Zeit. Eine zu physischen Erkrankungen gleichgestellte, kassenfinanzierte Versorgung auf Basis eines Gesamtvertrages mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern muss daher dringend sichergestellt werden.“

Bislang werden psychische Störungen zu oft spät, stationär und teuer behandelt. Stattdessen wäre es wesentlich kostengünstiger und medizinisch wirksamer, diese früh und ambulant zu behandeln.  Der weitere, bedarfsgerechte  Ausbau des psychotherapeutischen Leistungsangebots sowie vor allem auch der seit Jahrzehnten ausständige Abschluss eines Gesamtvertrags für Psychotherapie auf Bundesebene muss ein zentrales Anliegen der Gesundheitspolitik sein.

20. April 2016