Gedanken zu den Terroranschlägen in Brüssel

Renate Pacher: Mehr Rüstung und weniger Bürgerrechte sind keine Lösung

Die Attentate in Brüssel wecken Abscheu und Entsetzen. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen. Gerade angesichts solcher verbrecherischer Terroranschläge ist es wichtig, sich die Frage nach den Ursachen zu stellen.

Ohne die jahrzehntelangen Kriegseinsätze und Einmischungen der USA - teilweise unterstützt von der EU - würde es den Islamischen Staat nicht geben. Seit 2011 haben die USA und ihre Verbündeten in sieben mehrheitlich muslimischen Ländern militärisch interveniert: Afghanistan, Irak, Somalia, Jemen, Pakistan, Libyen, Syrien. Gleichzeitig wird mit Saudi Arabien ein Land unterstützt, das eine extreme Form des Islam praktiziert. Radikale islamische Strömungen wurden von den USA im Kampf gegen die Sowjetunion hochgezüchtet.

Unsummen werden für Waffen ausgegeben. Die Kosten für militärische Konflikte verschlangen im Jahr 2014 13,4 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die Auftragsbücher der Waffenhersteller sind voll. Die Profite gigantisch. Was für eine blühende Welt könnte man schaffen, wenn diese riesigen Summen für Aufbau und Entwicklung verwendet werden würden?

Gibt es eine einzige militärische Intervention des Westens, in der danach die Lage nicht noch viel schlimmer gewesen wäre? Die Kriege und Einmischungen haben die Regionen des Nahen und Mittleren Ostens ins Chaos gestürzt, Millionen Menschen das Leben gekostet und Not, Elend und Verwüstung hinterlassen. Das ist der Nährboden für den Terror.

Noch mehr Militäreinsätze, noch mehr Rüstung und der Rückbau von Bürgerrechten sind keine Lösung, sondern würden alles nur noch verschlimmern. Die Menschen in den Kriegsgebieten erleben Gewalt und Terroranschläge tagtäglich und viele flüchten. Beide, die Opfer von Brüssel und die Flüchtlingsströme, sind das Ergebnis der Politik der westlichen, kapitalistischen Staaten.

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

4. Mai 2016