"Fördertourismus" zwischen Knittelfeld und Spielberg

Kleine Zeitung berichtet über kritische Haltung von KPÖ-GR Wilding

Konzern lässt sich mit Hausverkauf und abermaliger Steuerbegünstigung von Knittelfeld weglocken. KPÖ stimmt im Gemeinderat dagegen.

Eine Träne verdrückt und durch“. Sagt Knittelfelds Bürgermeister Siegfried Schafarik zum Coup, der Donnerstag Abend vom Gemeinderat Spielberg beschlossen wurde. Gegen die Stimmen von KPÖ und FPÖ – die deshalb bei ihm aber noch keine Punkte in Sachen Wirtschaftskompetenz sammeln. Es geht um die Firma ISS, die sich vor wenigen Jahren mit dem Zuckerl eines 50-prozentigen Nachlasses der Kommunalabgabe auf drei Jahre in der Bezirkshauptstadt angesiedelt hat. Bloß schmeckt das Bonbon, das dem umfassend agierenden Konzern nun vom Nachbarn angeboten wird, viel süßer: Ein ebensolcher Steuernachlass, aber gültig für fünf Jahre. Plus der Verkauf der ehemaligen Jugendzentrums-Villa weit unter ihrem Schätzwert von 286.000 Euro an die Frau des ISS-Geschäftsführers, nämlich um 170.000 Euro. Worin auch die Schulden enthalten wären. Zusätzlich gibt es eine Wirtschaftsförderung von 7500 Euro, die später das Land rückvergütet.

Fördertourismus
„Es darf keinen Fördertourismus geben“, untermalt KP-Gemeinderat Erich Wilding sein Veto. Vor allem, wo „regionext“ in aller Munde sei, doch ein Gewinner sei nur der Konzern. Welcher sich auf einem breiten Spielfeld von Schädlingsbekämpfung über Reinigungsdienste bis Catering, Serviceleistungen, Security betätigt. Rund 200 Mitarbeiter sind in der regionalen Filiale registriert.

Wilding spricht von einem „Nullsummenspiel“, welches sich erst zu rechnen beginnt, wenn die Firma nach den geförderten fünf Jahren bleibt. Das möchte Spielbergs Stadtchef Kurt Binderbauer gar nicht bestreiten, doch erspare sich die Gemeinde immerhin die Sanierung des gut 100 Jahre alten Hauses. Die sie sich ohnehin nicht leisten könne. 200.000 Euro.

Für KPÖ-Mann Erich Wilding bedeutet das Geschäft auch eine Benachteiligung aller ansässigen Unternehmen: „Jeder Kleine muss seine Steuern zahlen, und da wird es einem gerichtet.“

(Nach Materialien der Kleinen Zeitung, Region Murtal).

14. Mai 2012