Des Pudels Kern: die Arbeitswerttheorie

Von nix kommt nix. Leo Kühberger über die marxsche Arbeitswerttheorie

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„Die marxsche Theorie ist keineswegs nur eine bessere Wirtschaftstheorie, sondern ein Instrument, um die „rücksichtslose Kritik alles Bestehenden“ zu betreiben, weil es schlussendlich darum geht eine klassenlose Gesellschaft zu erkämpfen", betonte Leo Kühberger beim Karl-Marx-Kongress der KPÖ Steiermark am 5. Mai 2018.

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Das Marxsche Werk: Ein Steinbruch

Karl Marx hat uns, und manche hören das vielleicht nicht so gerne, leider kein in sich geschlossenes Werk hinterlassen, sondern einen ziemlichen Steinbruch. Zeit seines Lebens hat er kleine und große Projekte in Angriff genommen, diese dann wieder verworfen, weil ihm anderes gerade dringender erschien, um sich dann in nochmal andere Vorhaben zu stürzen. Darüber hinaus war er ja nicht nur der Autor umfangreicher Theorie-Texte, sondern er hat als Journalist und Aktivist über die Ereignisse seiner Zeit nicht nur berichtet, sondern sich eingemischt. So manche Bruchstücke in diesem Steinbruch sind also bloß das Resultat tagespolitischer Auseinandersetzung oder polemischer Abrechnung mit dem politischen Gegner. Nach Marx hat man aus so manchen dieser Bruchstücke unumstößliche Dogmen gehauen, die nur all zu oft weit über den eigentlichen Anlass hinausgegangen sind. Nichtsdestotrotz haben diese vielen kleinen Bruchstücke das Kritische Denken im 20. und 21. Jahrhundert geprägt. Vor wenigen Wochen gab es in Graz beispielsweise eine Tagung über den „Staat“ und Marx hat, wie wir wissen, das Buch über den Staat nie geschrieben und wir sind, wie bei vielen anderen Themen auch, auf die vielen kleinen Bruchstücke angewiesen, die er hinterlassen hat, aber trotzdem konnte sich mit diesen im Laufe des 20. Jahrhunderts eine materialistische Staatskritik entwickeln.

In diesem Steinbruch, um noch kurz bei diesem Bild zu bleiben und dann endlich das Goethe-Wort aus dem Titel rauszuhauen, gibt es aber einen ganz großen Brocken, auf den Marx viel Zeit und Energie verwendet: Die Arbeitswerttheorie. Sie ist des Pudels Kern, das Wesentliche der Marxschen Theorie. Die geschulten Marxisten und Marxistinnen hier im Publikum werden nun sagen: No na ned! Die marxsche Theorie ist eine Arbeitswerttheorie. Was denn sonst? Aber so klar ist das, und darauf werde ich später noch eingehen, auch unter Marxist*innen nicht, denn viele haben die Arbeitswerttheorie zwar hingenommen, gerne darauf verwiesen, dass ihm damit eine Weiterentwicklung der klassischen Theorien gelingt, es aber nicht für wert befunden, sich diesen Kern mal genauer anzusehen, was schlussendlich auch dazu geführt hat, dass nicht nur bürgerliche Ökonom*innen seine Arbeitswerttheorie für obsolet oder für zumindest nicht mehr zeitgemäß erklärt haben.

Ich werde also in meinem Beitrag dreierlei versuchen. Erstens möchte ich ein paar grundlegende Dinge zur Arbeitswerttheorie sagen, damit wir wissen, wovon wir hier überhaupt reden. Zweitens werde ich kurz skizzieren, warum die marxsche Arbeitswerttheorie in heute keine Rolle mehr spielt. Drittens muss dann auch noch gesagt werden, was uns denn diese Theorie „bringt“, so wir uns ihrer bedienen wollen und mehr zu sagen gedenken, als dass die Welt und der gesellschaftliche Reichtum auf ebendieser das Produkt von Arbeit ist.

Was ist die Arbeitswerttheorie, oder: Von nix kommt nix!

So banal ist es nämlich: Der gesellschaftliche Reichtum kommt aus der Arbeit. Von nix kommt bekanntlich ja nix. Würden wir nicht arbeiten – und ich verstehe hier den Begriff mal in seinem weitesten Sinne, nämlich als produktiven Austausch mit unserer Umwelt, und damit sind wir natürlich noch weit entfernt von der Arbeit im Kapitalismus, der Lohnarbeit also, die Marx ja gerne als Lohnsklaverei, die es abzuschaffen gilt, bezeichnet hat –, dann müssten wir darauf hoffen, dass uns der Apfel zufällig in den Mund fällt. Und deswegen sind wir gut beraten, wenn wir arbeiten und den Apfel pflücken und uns vielleicht auch noch des Baumes annehmen, damit er weiterhin Äpfel liefert. Dieser Apfel ist aber nicht nur Apfel, sondern er hat auch einen Wert. Nicht nur, wie zu allen Zeiten, einen Gebrauchswert, weil er dazu dient, unseren Hunger zu stillen, sondern, und jetzt sind wir schon im Zeitalter des Kapitalismus, einen Tauschwert, und dank der Arbeit, die in ihm steckt, können wir ihn mit allerlei ganz unterschiedlichen Sachen und Dienstleistungen tauschen.

   Auch zu Marxens Zeiten war das keine besonders aufregende Erkenntnis. Er folgt damit den damals gängigen Vorstellungen der Politischen Ökonomie. Die berühmten Klassiker – Adam Smith, David Ricardo und andere – waren ebenfalls Vertreter von Arbeitswerttheorien, also Theorien, die davon ausgegangen sind, dass der Wert aus der Arbeit kommt. Die Politische Ökonomie unserer Tage oder Volkswirtschaftslehre, wie wir heute sagen würden, behauptet jedoch, dass diese Arbeitswerttheorien überholt sind, zwar ein durchaus origineller historischer Beitrag waren, aber heute nicht mehr taugen.

„Net olles wos an Wert hot, muas an Preis hobn“ (W. Ambros)

Das ist auch nicht ganz falsch, denn für die Volkswirtschaftslehre taugt die Arbeitswerttheorie tatsächlich nicht, weil sie die Fragen, die sie zu stellen pflegt, nicht beantworten kann und ganz andere Absichten hinter diesen Theorien stehen. Dazu ist es aufschlussreich, wenn wir uns ansehen, wann die Ökonomen die Arbeitswerttheorien aufgegeben haben. Harry Cleaver, ein US-amerikanischer Marxist, hat darauf hingewiesen, dass diese Aufgabe der Arbeitswerttheorie just dann vonstatten geht, als sich die organisierte Arbeiter*innenbewegung, und da natürlich am konsequentesten von Karl Marx ausformuliert, diese Theorie aneignet und zu einer folgenreichen Schlussfolgerung kommt: Wenn es tatsächlich so ist, dass diese „ungeheure Warensammlung“ und der ganze gesellschaftliche Reichtum das Ergebnis der Anstrengungen all dieser Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich tagein, tagaus abmühen, ist, dann muss man doch zumindest fragen, wenn nicht gar verlangen dürfen, warum es denn nicht eben diesen Arbeiter*innen gehört!

Da konnten und wollten die Ökonomen nicht mit und sie haben fieberhaft begonnen andere Theorien zu entwickeln. Ihre Absicht ist ja, wie ich schon angedeutet habe, eine ganz andere. Den Ökonomen geht es ja darum das Wirtschaftssystem, das von einer Krise in die anderen taumelt, besser zu machen und dazu beizutragen, dass es „der Wirtschaft gut geht“. Der marxsche Ansatz ist ein ganz anderer. Nicht zufällig hat er für „Das Kapital“ den Untertitel „Kritik der Politischen Ökonomie“ gewählt. Er will, wie er selbst sagt, den Bürgern das „furchtbarste Missile“ an den Kopf schleudern, das sie jemals gesehen haben und er will nicht dafür sorgen, dass alle Arbeit haben und die Profitraten stimmen, sondern er will „alle Verhältnisse umwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“ Der schon erwähnte Harry Cleaver hat daher den Vorschlag gemacht, dass wir das begrifflich trennen sollten, und zwischen den Ökonomen auf der einen Seite, die sich darum bemühen die kapitalistische Produktionsweise am Laufen zu halten, und den Marxist*innen auf der anderen Seite, die ganz andere Verhältnisse erstreiten wollen, zu unterscheiden.

Die Ökonomen verkünden also: Alles zurück! Lasst uns das mit der Arbeit vergessen! Es ist doch ganz anders. Der Wert lässt sich gar nicht objektiv bestimmen (und da haben sie sogar ein wenig recht, aber dazu kommen wir noch), sondern er ist etwas ganz subjektives. Der Wert wäre davon abhängig, wie sehr mir etwas nutzt, wie viel ich bereit bin, für etwas zu bezahlen. Es wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts also allerlei Theorien über den (Grenz-)Nutzen aufgestellt und der Wert einer Ware wurde zu einer rein subjektiven Sache erklärt.

Die Ökonomen interessiert der Wert nämlich gar nicht so wirklich. Sie denken alles in Preisen. Das ist für sie entscheidend, weil sie ja in erster Linie wissen wollen, wie viel Profit da am Ende übrig bleibt. Und der Preis bestimmt sich für sie ganz einfach über Angebot und Nachfrage. Ist das Angebot groß und die Nachfrage gering, dann fallen die Preise, ist die Nachfrage groß und das Angebot gering, dann steigen die Preise. Das ist auch nicht ganz falsch. Ich kann die Bildung der Preise nicht nur aus dem Wert erklären und natürlich spielen Angebot und Nachfrage eine gewisse, wenn auch untergeordnete Rolle. Das ist aber ein wenig so, wie mit der Spitze des Eisbergs. Die bürgerliche Ökonomie kann die Spitze des Eisbergs recht gut erklären, aber vom Eisberg, der da darunter liegt hat sie keine Ahnung. Daher kommt auch die stets wiederkehrende Überraschung, wenn der Kapitalismus wieder mal in die Krise schlittert und wir als Marxist*innen wieder sagen können, dass wir das eh schon kommen gesehen haben.

„Der Springpunkt um den sich das Verständnis der politischen Ökonomie dreht“ (K. Marx)

Aber kommen wir zur marxschen Arbeitswerttheorie zurück. Ich habe schon gesagt, dass er mit einer Arbeitswerttheorie eigentlich den Mainstream seiner Zeit vertritt. Aber, und das ist ganz wichtig, er entwickelt sie tatsächlich weiter. Marx selbst bezeichnet das als den „Springpunkt um den sich das Verständnis der politischen Ökonomie dreht“. Er führt nämlich eine entscheidende Differenzierung ein. Er unterscheidet zwischen der konkreten und der abstrakten Arbeit. Er meint, dass der Wert nicht über die konkrete Tätigkeit und die tatsächliche Arbeitszeit bestimmt wird, die ich aufwende, um eine Ware herzustellen, sondern über die „gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit“.

Das klingt wieder mal etwas kompliziert. Ist es aber gar nicht und wir wissen das auch. Wenn ich beispielsweise draußen an der Bar ein Bier bestelle und der Kellner, der vielleicht gerade keine Lust hat oder total unausgeschlafen ist, und daher im Vergleich zu seiner erfahrenen und ausgeschlafenen Kollegin doppelt so lang braucht, um mir das Bier zu bringen, dann aber das Doppelte verlangt, würden wir ihn wohl fragen, ob es ihm noch gut geht, weil das geht ja nun wirklich gar nicht! Da ist sie also schon, die „gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit“. Nicht von seiner konkreten Arbeit ist es abhängig, sondern von der Arbeit aller Kellner*innen zusammen und nicht nur von ihm, sondern auch von all den anderen, von denen, die die das Bier gebraut und geliefert haben, Hopfen und Malz anbauen mussten, unsere säumigen Kellner aufgezogen haben und ihm das Kellnern beigebracht haben, usw. usf. Ein schier unermessliches Ausmaß bezahlter und unbezahlter Arbeiten ist da verausgabt worden, bis wir endlich unser Bier bekommen.

Mit der abstrakten Arbeit haben wir aber ein Problem. Die konkrete Arbeit des Kellners und all der anderen beteiligten Arbeiter*innen kann ich messen. In Stunden, Minuten und Sekunden. Aber wie messe ich die abstrakte Arbeit? Wie kann ich die gesellschaftliche notwendige Arbeitszeit, die in meinem Bier steckt, messen? Ich würde meinen, dass es nicht möglich ist, auch wenn es Versuche in diese Richtung gegeben hat und wir schon eine ungefähre Vorstellung davon entwickeln können.

Aber was ist nun eine Theorie wert, die zum wesentlichen gar nicht in der Lage ist? Hat die bürgerliche Ökonomie also doch Recht, wenn sie sagt, dass die marxsche Arbeitswerttheorie nicht taugt oder müssen wir denjenigen Marxist*innen zustimmen, die meinen, dass sie spätestens unter den postfordistischen, netzwerkartigen Produktionsverhältnissen unserer Tage nicht mehr genügt?

Die Antwort dazu findet sich an den „verborgenen Stätten der Produktion“. Egal wohin wir da gehen, werden wir feststellen, dass es ganz anders ist, dass andauernd versucht wird, dieses Unmögliche zu tun, nämlich den Wert zu messen. Fragt mal eine Krankenschwester, wie viel Zeit sie für die „Dokumentation“ ihrer Arbeit aufwenden muss. Redet mal mit einem Arbeiter von DHL oder einem LKW-Fahrer, wie akribisch jeder einzelner Schritt, den sie machen, überwacht wird. Ich könnte euch stundenlang von der Möbelindustrie erzählen, wo andauernd, sozusagen live, versucht wird zu messen, was wir denn tun und wir dadurch permanent und direkt in unmittelbare Konkurrenz mit den Kolleg*innen an allen anderen Standorten am Globus gesetzt werden. Aber den unbezahlten Teilen der Arbeiter*innenklasse ergeht ergeht es nicht anders und auch bei ihnen greift der Wahn des Messens um sich, denn nichts anderes steckt hinter der Einführung der Zentralmatura an den Schulen oder der Durchsetzung des ECTS-Systems an den Universitäten. Sie versuchen zu messen, was wir da tun!

Wir wissen aber nur allzu gut, dass sie damit andauernd scheitern und es am Ende dann doch keine exakten Ergebnisse geben kann. Die Messung scheitert, weil wir immer wieder Wege finden, sie zu unterlaufen, zum einen also unsere widerständigen und subversiven Praktiken das Messergebnis verfälschen und zum anderen die gesellschaftlichen (Produktions-)Verhältnisse tatsächlich zu komplex sind, um sich messen zu lassen. Die Frage ist dann aber, warum es denn andauernd versucht wird? Die Antwort ist einfach: Es geht dar nicht um das Ergebnis, sondern es geht um die Durchsetzung der Arbeit an sich. Es geht darum, dass wir bei der Arbeit gehalten werden, so umfassend und intensiv als irgend möglich. Es geht darum, dass das kapitalistische Kommando aufrecht erhalten bleibt und diese gesellschaftlichen Verhältnisse fortbestehen. Das ist des Pudels Kern der Arbeitswerttheorie.

Was bringt uns die Arbeitswerttheorie?

Erstens, und das habe ich bisher sträflich vernachlässigt, bekommen wir durch die marxsche Arbeitswerttheorie einen Begriff von Ausbeutung und können zu einer Perspektive gelangen, die den gesellschaftlichen Antagonismus als Ausgangspunkt des politischen Handelns nimmt. Im Alltag sprechen wir ja nur dann von Ausbeutung, wenn wir mit besonders abscheulichen Arbeitsbedingungen konfrontiert sind und die bürgerliche Theorie, die alles vom subjektiven Nutzen abhängig machen und in der Folge auch Löhne und Gehälter über Angebot und Nachfrage erklären möchte, kennt keine Ausbeutung. Bei Marx finden wir jedoch auch die Arbeitskraft warenförmig organisiert vor und wir können feststellen, dass diese Ware etwas kann, wozu keine andere in der Lage ist, nämlich mehr Wert zu schaffen, als zur eigenen Reproduktion notwendig ist, und schlussendlich dreht sich ja alles nur darum, dass, wie Marx es in der allgemeinen Formel vom Kapital (G–W–G‘) zusammengefasst hat, am Ende mehr Geld rauskommt, und da haben wir dann die Ausbeutung und klarerweise auch die Klassenkämpfe, die Geschichte machen.

Zweitens, würde ich ergänzend noch behaupten, kann sich durch die Arbeitswerttheorie unser Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse entscheidend verändern. Wenn wir sehen, dass es um die Durchsetzung der Arbeit geht, dann können wir auch sehen, dass sich beispielsweise Finanzkrisen entgegen der ökonomischen Auffassung, die leider auch viele Marxist*innen teilen, nicht durch die mehr oder weniger mutwillig deregulierte Finanzindustrie und deren gewachsene Macht und allerlei andere Ursachen erklären lassen, sondern aus der Dynamik der Klassenkämpfe, die diesen Entwicklungen vorausgegangen sind und des Pudels Kern in den Klassenkämpfen ist immer, dass wir uns gegen die Durchsetzung der Arbeit zur Wehr setzen und Krisen also dann entstehen, wenn zu wenig Arbeit durchgesetzt wurde oder wir zu wenig intensiv gearbeitet haben. Der Spruch „Wir zahlen nicht für eure Krise“, der vor einigen Jahren populär war, ist nämlich so falsch wie richtig zugleich. Richtig ist er natürlich deswegen, weil es „ihr“ System ist, und „sie“ es sind, die davon profitieren, aber es ist schon „unsere“ Krise. Wir waren es, die unverschämterweise bessere Löhne und Sozialleistungen haben wollten und uns einfach nicht genügend Arbeit aufbürden lassen wollten und das Kapital zur Flucht in die Finanzindustrie gezwungen haben oder die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in die Höhe getrieben haben, bis dann irgendwann alles zusammenkrachen musste. Das hilft uns, die wir von der Austeritätspolitik betroffen sind, mal relativ wenig, aber es ist schon beruhigend zu wissen, dass wir in der Lage sind, den Kapitalismus regelmäßig in die Krise zu zwingen und wir wohl irgendwann auch dazu in der Lage sein werden, ihn zu überwinden.

Denn, und damit komme ich zum dritten und letzten Punkt, die marxsche Theorie ist keineswegs nur eine bessere Wirtschaftstheorie, sondern ein Instrument, um die „rücksichtslose Kritik alles Bestehenden“ zu betreiben und gegen die Durchsetzung der Arbeit anzugehen, weil es schlussendlich darum geht eine klassenlose Gesellschaft zu erkämpfen, in der niemand mehr zur Arbeit gezwungen wird und wir „heute dies, morgen jenes tun, morgens jagen, nachmittags fischen, abends Viehzucht treiben, nach dem Essen kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden“.

16. August 2018