Neues Glücksspielgesetz: Mehr Lizenzen zerstören Existenzen

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Im Jahr 2022 nahmen rund 9 Prozent der steirischen Erwachsenen mehrmals pro Woche an Glücksspielen und Sportwetten teil, etwa 1 Prozent spielt täglich.

Das Finanzministerium hat nun einen ersten Entwurf für die Novelle des Glücksspielgesetzes vorgelegt. Dieser sieht unter anderem das Aus des Monopols vor und damit eine Liberalisierung des Online-Glücksspiels durch die Vergabe mehrerer Konzessionen. Somit könnten bisher illegal tätige Anbieter künftig legal in den österreichischen Markt einsteigen. Noch mehr Anbieter bedeuten erfahrungsgemäß mehr Werbung, stärkere Marktpräsenz und höhere Risiken für problematisches Spielverhalten.

„Statt einer Liberalisierung braucht es endlich klare Regeln, strengere Kontrollen und wirksame Maßnahmen beim Glücksspiel. Es geht hier nämlich nicht um eine Bagatelle: Viel zu viele Menschen sind von Spielsucht betroffen sind – oft mit massiven sozialen und finanziellen Konsequenzen für die Betroffenen und ihre Familien“, kritisiert KPÖ-Landtagsabgeordneter Alexander Melinz.

Die im Gesetzesentwurf festgeschriebenen Verschärfungen rund um die Höchstwetteinsätze und Gewinne sind zwar zu begrüßen, doch sollten diese Regelungen auch für jene Automaten verankert werden, die in die Zuständigkeit der Länder fallen. Denn kritisch zu bewerten ist, dass die geplanten Änderungen weiterhin unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern vorsehen und Sportwetten nach wie vor nicht als Glücksspiel eingestuft werden, sondern als Geschicklichkeitsspiel. Somit werden Sportwetten auch nicht bundesweit geregelt, sondern sind Sache der Bundländer. Gerade im Online-Bereich bleiben damit zentrale Lücken beim Schutz vor Spielsucht bestehen, denn in der Steiermark gibt es derzeit keine spezifischen gesetzlichen Vorgaben und keinen ausreichenden Online-Spieler:innenschutz.

„Gerade im digitalen Bereich können rund um die Uhr Wetten abgeschlossen werden – oft ohne wirksame Einsatzlimits, Sperrsysteme oder ausreichende Kontrollen zum Schutz Minderjähriger und suchtgefährdeter Personen. Der Suchtbericht Steiermark 2025 hat deutlich gemacht, dass Glücksspiel und insbesondere Sportwetten ein relevantes und anhaltendes Problem darstellen. Trotzdem ist Österreich immer noch das einzige europäische Land, in dem Sportwetten nicht als Glücksspiel gelten – für die KPÖ ist das verantwortungslos und völlig unverständlich“, fügt die Grazer KPÖ-Gemeinderätin Miriam Herlicska hinzu.

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Veröffentlicht: 27. Mai 2026