Asbest: Unsichtbare Gefahr, fehlende Antworten

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Im Zuge einer Pressekonferenz berichteten die KPÖ Eisenstadt und KPÖ Steiermark über die aktuellen Gefahren rund um die Asbest-Funde, die mangelnde Transparenz sowie die notwendigen Schritte zur Sicherung der Gesundheit.

 

Nach den schockierenden Asbest-Funden in Gesteinsmaterial aus dem Südburgenland, die Anfang 2026 zur Schließung mehrerer Steinbrüche führten, bleibt die Situation weiterhin kritisch. Mittlerweile hat sich der Asbest-Skandal auch auf mehrere Bundesländer, wie etwa die Steiermark sowie über die Staatsgrenzen hinaus ausgeweitet. Viele Menschen fragen sich zurecht, ob auch Orte in ihrer unmittelbaren Umgebung betroffen sind und welche gesundheitlichen Risiken dadurch entstehen können.

„Anstatt transparenter und nachvollziehbarer Information, dominierte vielfach ein widersprüchlicher und undurchsichtiger Umgang mit den Ereignissen: Unterschiedliche Messwerte, öffentliche Schuldzuweisungen und unklare Aussagen über betroffene Standorte. Gleichzeitig fehlt bis heute eine vollständige Offenlegung darüber, wohin belastetes Material geliefert und wo es verwendet wurde. Das ist gegenüber der Bevölkerung verantwortungslos!“, fasst Mathias Adler, der Bezirkssprecher der KPÖ Eisenstadt zusammen.

Gesundheitsrisiken durch Asbest

Für Asbest gibt es keinen als sicher geltenden Grenzwert: Bereits kleinste eingeatmete Mengen können schwere Erkrankungen auslösen. Besonders problematisch ist dabei, dass Asbestfasern extrem klein, leicht und nahezu unzerstörbar sind. Sie können über lange Zeit in der Luft schweben, sich in der Lunge festsetzen und sich im Körper weiter ausbreiten. Erkrankungen treten oft erst Jahrzehnte nach dem Kontakt auf – häufig 20 bis 60 Jahre später.

Zu den Folgen zählen schwere Lungenerkrankungen wie Asbestose ebenso wie verschiedene Krebsarten, die Lunge, das Rippenfell, den Kehlkopf, den Herzbeutel, das Bauchfell und die Eierstöcke betreffen. „Seit Jahren zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass nicht nur direkt beschäftigte Arbeiter:innen betroffen sein können. Gefahr besteht auch für Familienangehörige, die mit kontaminierter Arbeitskleidung in Kontakt kamen oder auch Menschen außerhalb unmittelbarer Belastungszonen. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit möglichen Belastungen, insbesondere dort, wo asbesthaltiges Material im öffentlichen Raum verwendet oder gelagert wurde“, betont Allgemeinmediziner und ehemaliger Landessprecher der KPÖ Burgenland Rudolf Gabriel.

Zu Prävention und notwendigen Maßnahmen

Doch obwohl die Gefahren von Asbest seit Jahrzehnten bekannt sind, fehlen weiterhin konsequente Schutzmaßnahmen. Neben der Vermeidung weiterer Belastungen, braucht es vor allem eine umfassende Vorsorge- und Früherkennung für potenziell betroffene Menschen. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Lungenuntersuchungen, bildgebende Verfahren sowie persönliche Beratung und Begleitung.

„Die aktuellen Asbest-Funde hätten längst Anlass für konsequentes Handeln sein müssen – doch sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene bleiben wirksame Maßnahmen bislang aus. Im steirischen Landtag wurde der Skandal zwar bereits mehrfach thematisiert, doch der zuständige Landesrat Amesbauer hat das Problem zu Beginn sogar abgestritten und war auch nach Bekanntwerden der erhöhten Messwerte keinesfalls willig, konkrete Maßnahmen zu setzen. Es kann nicht sein, dass die blau-schwarze Landesregierung so wenig Wert darauf legt, die Menschen vor weiteren Asbest-Belastungen zu schützen“, kritisiert der steirische Landtagsabgeordneter Alexander Melinz.

Forderungen an das Land

Die betroffenen Landesregierungen müssen rasch und transparent aufklären, wo asbesthaltiges Material verbaut wurde, um gefährliche Stoffe umgehend zu entfernen oder zu vermerken. Gleichzeitig braucht es eine umfassende Überprüfung weiterer Steinbrüche, damit kontaminiertes Material künftig nicht erneut in Umlauf gerät. Privatpersonen, auf deren Grundstücken asbesthaltige Stoffe verarbeitet wurden, dürfen mit den hohen Entsorgungskosten nicht alleine gelassen werden und brauchen öffentliche Unterstützung.

Forderungen an den Bund

Auf Bundesebene braucht es eine vollständige Erfassung aller betroffenen Standorte und potenziell verunreinigten Arbeitsstätten. Zudem muss finanzielle Hilfe für betroffene Privatpersonen sowie kleine bis mittlere Unternehmen von der öffentlichen Hand bereitgestellt werden. Zusätzlich fordert die KPÖ kostenlose Screening- und Vorsorgeuntersuchungen für Menschen in betroffenen Regionen, um mögliche gesundheitliche Folgen frühzeitig erkennen zu können.

Die Petition der KPÖ Burgenland:

https://www.openpetition.eu/at/petition/online/asbest-stoppen-menschen-schuetzen-2

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Veröffentlicht: 12. Mai 2026