Equal-Pension-Day: Ein Leben lang fleißig gearbeitet und trotzdem zu wenig Pension

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„Frauen arbeiten oft ihr ganzes Leben hart in schlecht bezahlten Berufen und zahlen dafür spätestens in der Pension den Preis."

Frauen erhalten im Schnitt um 39,4 Prozent weniger Bruttopension als Männer. Derzeit liegt die Frauen-Durchschnittspension bei 1.614 Euro brutto, die durchschnittliche Pension der Männer bei 2.664 Euro brutto. Rein rechnerisch bedeutet das: Ab dem 9. August beziehen Pensionistinnen österreichweit bis zum Jahresende keine Pension mehr. In der Steiermark fällt der sogenannte „Equal-Pension-Day“ bereits auf den heutigen 2. August. Diese geschlechtsspezifische Lücke verkleinert sich von Jahr zu Jahr nur minimal – setzt sich diese Entwicklung in diesem Tempo also fort, erhalten Frauen erst im Jahr 2116 gleich viel wie Männer.

Die Ursachen liegen in den strukturellen Ungleichheiten: Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit, verdienen im Schnitt weniger als Männer und übernehmen einen wesentlich größeren Anteil der unbezahlten Care-Arbeit. „Diese Benachteiligungen wirken sich unmittelbar auf die Höhe der Pensionen aus und führen für viele Frauen zu einem erhöhten Risiko von Altersarmut – aktuell sind mehr als 160.000 Pensionistinnen davon betroffen. Damit sind mehr als zwei Drittel aller armutsgefährdeten älteren Menschen weiblich“, betont KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.

„Frauen arbeiten oft ihr ganzes Leben hart in schlecht bezahlten Berufen und zahlen dafür spätestens in der Pension den Preis. Diese Ungerechtigkeit ist kein Zufall. Sie ist tief im kapitalistischen System verwurzelt. Der Kapitalismus braucht die unbezahlte Arbeit von Frauen“, fügt KPÖ-Frauenvorsitzende Miriam Herlicska hinzu.

Um den Gender-Pension-Gap zu schließen, braucht es gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, gleiche Karrierechancen, eine gerechte Aufteilung unbezahlter Care-Arbeit, flächendeckende, qualitätsvolle und kostenlose Kinderbetreuung, eine bessere Anrechnung von Kinderbetreuungszeiten bei der Pension, verpflichtende Väterkarenz sowie eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich.

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Veröffentlicht: 3. August 2026