Blinde Flecken in Amesbauers Sozialbilanz

160626-melinz.jpg
Amesbauer hat heute Halbjahresbilanz zur Sozialhilfe-Reform gezogen und rühmt sich weiterhin mit dem strengsten Gesetz des Landes.

Nachdem der Entwurf für das neue Sozialhilfegesetz des Bundes öffentlich geworden ist, kündigt Soziallandesrat Hannes Amesbauer in einer Aussendung bereits „erbitterten Widerstand der Steiermark“ an, sollte die Reform seinen Bemühungen „massiv entgegenstehen“. Er rühmt sich also weiterhin damit, das strengste Sozialunterstützungsgesetz des Landes durchgesetzt zu haben und verweist darauf, dass seit Februar rund 1.500 Menschen keine Unterstützung mehr erhalten.

Was Amesbauer in seiner Halbjahresbilanz allerdings nicht erwähnt: Unter den rund 1.500 Menschen, deren Unterstützung seit Februar weggefallen ist, befinden sich auch zahlreiche Österreicher:innen – obwohl die FPÖ wiederholt behauptet hat, dass die Verschärfungen ausschließlich „Ausländer“ treffen würden. Dass diese Erzählung zunehmend ins Wanken gerät, zeigt auch die steigende Zahl an Menschen, die sich bei der KPÖ melden, weil sie selbst von den Kürzungen betroffen sind und ihr Unverständnis darüber äußern. Hinzu kommen jene Menschen, deren Leistungen zwar nicht vollständig gestrichen, aber um mehrere hundert Euro monatlich gekürzt wurden.

Auch die vollmundige Ankündigung der blau-schwarzen Landesregierung, dass man mehr gegen die „Sozialschmarotzer“ unternehmen und sich „Leistung wieder lohnen“ müsse, verliert zunehmend an Glaubwürdigkeit. Denn auf die entscheidende Frage, wie viele der rund 1.500 Menschen, denen die Sozialunterstützung gestrichen wurde, tatsächlich wieder in den Arbeitsmarkt eingetreten sind, kann Amesbauer keine Antwort geben. „Wenn ein Soziallandesrat stolz darauf ist, Menschen aus der sozialen Absicherung zu drängen, sollte er zumindest wissen, was danach mit ihnen passiert. Uns wird ständig erzählt, dass die Kürzungen Menschen wieder in Beschäftigung bringen sollen. Ohne konkrete Zahlen besteht allerdings die Gefahr, dass diese Personen lediglich aus der Statistik verschwinden und ohne ausreichende Unterstützung in die Armut abrutschen“, kritisiert KPÖ-Landtagsabgeordneter Alexander Melinz.

Das neue Sozialunterstützungsgesetz verschärft Armut anstatt sie zu bekämpfen!

16-12-25 Heu­te wird im Land­tag das neue, ver­schärf­te So­zial­un­ter­stüt­zungs­ge­setz der blau-schwar­zen Lan­des­re­gie­rung be­sch­los­sen. Die KPÖ wird nicht zu­stim­men, weil es sch­licht­weg Ar­mut ver­schärft an­statt sie zu be­kämp­fen. Durch die Ab­sen­kung des Höchst­sat­zes um fünf Pro­zent ver­sch­lech­tern sich die Leis­tun­gen für al­le

FPÖ und ÖVP wollen systematisch Armut schaffen

11-02-25 KPÖ zu Kür­zungs­plä­nen bei der So­zial­hil­fe. „Wer­den die an­ge­dach­ten Kür­zun­gen um­ge­setzt, wür­de man die Zu­kunft­s­chan­ce von hun­dert­tau­sen­den Kin­dern ver­sch­lech­tern“, kri­ti­siert Alex­an­der Me­linz, KPÖ-So­zial­sp­re­cher im Land­tag Stei­er­mark.

Veröffentlicht: 9. September 2026