Alter Berater, neuer Skandal? Koalitionszwist wegen einberufenem Schuldenrat

100226-alex.jpg

Wie nun bekannt wurde, hat Finanzlandesrat Ehrenhöfer einen sogenannten „Schuldenrat“ aus drei externen Expert:innen eingesetzt, der dabei unterstützen soll, radikale Kürzungen quer durch alle Ressorts vorzunehmen. Dieser Vorstoß sorgt dabei nicht nur für massive Irritationen innerhalb der Koalition, sondern stößt selbst in Teilen der ÖVP auf Kritik. Besonders brisant ist, dass dieser Schritt offenbar ohne Abstimmung mit der restlichen Landesregierung erfolgte und damit einen offenen Streit ausgelöst hat. Darüber hinaus wirft auch die Auswahl der Expert:innen Fragen auf – insbesondere vor dem Hintergrund, dass mit der EPIG GmbH eine eigens dafür vorgesehene, öffentliche Einrichtung übergangen wurde.

Für die KPÖ ist dabei aber vor allem die Person des Gesundheitsökonomen Christian Köck hochproblematisch. Während er vom Landesrat als einer der führenden Experten für Gesundheitspolitik im deutschen Sprachraum bezeichnet wird, wird offenbar völlig vergessen, dass er bereits vor über einem Jahrzehnt in einen massiven Beraterskandal rund um das steirische Gesundheitswesen verwickelt war, in dessen Zuge Millionen an öffentlichen Geldern versickerten.

Vermischung von privaten und öffentlichen Interessen

Dazu kommt, dass sich der Gesundheitsökonom damals vor allem mit seiner Aussage ausgezeichnet hat, dass die Hälfte der Spitalsbetten im öffentlichen Gesundheitsbereich überflüssig sei. Außerdem betrieb er gemeinsam mit seinen Partnern unter anderem eine private Gesundheitsconsultingfirma (HCC), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das öffentliche Gesundheitssystem zu „reformieren“. Dieses Unternehmen wurde mittlerweile an die BDO verkauft. Gleichzeitig war und ist Christian Köck Geschäftsführer und privater Investor zahlreicher gewinnorientierter Unternehmen im Bereich privater Kliniken und Rehaeinrichtungen, insbesondere im Einflussbereich von Hans-Peter Haselsteiner und der STRABAG.

„Dass ausgerechnet ein Akteur mit derartiger Vorgeschichte nun erneut beauftragt wird, Kürzungen im öffentlichen Gesundheitssystem herauszuarbeiten, während gleichzeitig bestehende öffentliche Expertise – etwa durch die EPIG – ignoriert wird, ist für uns der völlig falsche Weg. Zudem wirft die Beiziehung eines Beraters mit bekannten Verflechtungen zur privaten Gesundheitswirtschaft gravierende Fragen nach Interessenskonflikten auf. Es entsteht der Eindruck, dass hier ein radikaler Kürzungskurs vorbereitet wird, der sich an betriebswirtschaftlichen Interessen orientiert, anstatt die Versorgungsqualität für die Bevölkerung in den Mittelpunkt zu stellen“, kritisiert Landtagsabgeordneter Alexander Melinz.

Dringliche Anfrage im Landtag

Um Licht in diese Verstrickungen zu bringen, plant die KPÖ eine Dringliche Anfrage an den zuständigen Landesrat zu richten. Unter anderem soll dadurch geklärt werden, warum Ehrenhöfer einen eigenen Gesundheitsexperten braucht, wo doch der Gesundheitslandesrat Kornhäusl in der eigenen Fraktion über ausreichend Expertise verfügen sollte und warum die zuständige EPIG GmbH umgangen wurde.

Wahlkampfabschluss der KPÖ Graz

26-06-26 „Wir ha­ben ver­spro­chen, auf der Sei­te je­ner zu ste­hen, die es sich nicht rich­ten kön­nen. Die­ses Ver­sp­re­chen ha­ben wir ge­hal­ten. Wir ha­ben un­ser so­zia­les Ge­sicht auch als be­stim­men­de Re­gie­rung­s­par­tei be­wahrt und un­se­re Tü­ren für die An­lie­gen der Gra­ze­rin­nen und Gra­zer…

Wahlkampf: Heißer Endspurt auf dem heißen Pflaster

26-06-26 Schau­platz Lend­platz: Ein Be­such beim KPÖ-In­fo­stand, an dem vier KPÖ-Wahl­kämp­fer:in­nen in der hei­ßes­ten Pha­se des Gra­zer Ge­mein­de­rats­wahl­kampfs 2026 um Stim­men für die Po­li­tik von Bür­ger­meis­te­rin El­ke Kahr wer­ben.

Gemeinderat: KPÖ fordert Hitze-Kataster für Grazer Schulen

25-06-26 „Ge­ra­de weil Kin­der und Ju­gend­li­che ei­nen gro­ßen Teil ih­res Ta­ges in Schu­len ver­brin­gen, ist ein wirk­sa­mer Schutz vor Hit­ze auch ei­ne Fra­ge der Ge­sund­heits­vor­sor­ge und der Chan­cen­ge­rech­tig­keit. Wir wis­sen heu­te sehr ge­nau, wel­che Stra­ßen und Plät­ze im Som­mer be­son­ders heiß…

Veröffentlicht: 4. Mai 2026