Steuerlast unfair verteilt: Mehrheit zahlt, Vermögen bleibt verschont

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Für die Forderung der KPÖ nach einer progressiven Erbschaftssteuer im Landtag gab es keine Mehrheit.

Die Budgetmittel des Landes speisen sich zum Großteil aus den Ertragsanteilen an den gemeinschaftlichen Bundesabgaben. Das bestehende Steuer- und Abgabensystem lastet dabei in hohem Maße auf den Schultern der Arbeitnehmer:innen: Mehr als 55 Prozent des gesamten Steueraufkommens stammen aus lohnabhängiger Arbeit, weitere 22 Prozent aus konsumbezogenen Abgaben. Damit tragen breite Bevölkerungsschichten rund 80 Prozent zur Finanzierung des Gemeinwesens bei, während Unternehmensgewinne und Kapitalerträge lediglich 14,6 Prozent ausmachen. Vermögensbezogene Steuern spielen mit einem Anteil von nur etwa einem Prozent kaum eine Rolle.

Diese strukturelle Schieflage verschärft soziale Ungleichheiten und gefährdet langfristig die Stabilität des solidarischen Systems. Eine stärkere Besteuerung großer Vermögen – insbesondere in Form einer progressiv ausgestalteten Erbschafts- und Schenkungssteuer – ist daher ein zentraler Schritt hin zu mehr Verteilungsgerechtigkeit und zu einer spürbaren Entlastung des Faktors Arbeit. Umso unverständlicher ist es, dass die Forderung der KPÖ nach einer progressiven Erbschaftssteuer im Landtag keine Mehrheit fand und von allen Parteien abgelehnt wurde.

„Kommunen, Land und Bund stehen finanziell zunehmend unter Druck. Doch während lediglich auf der Ausgabenseite nach Einsparungsmöglichkeiten gesucht wir und Arbeitnehmer:innen den Großteil der Steuerlast tragen, bleiben große Vermögen weiterhin verschont. Dabei ist eine faire Erbschaftssteuer kein Strafinstrument, sondern eine Frage der Gerechtigkeit: Wer viel hat, muss auch mehr zum Gemeinwohl beitragen – nur so lässt sich der Sozialstaat langfristig absichern“, betont KPÖ-Landtagsabgeordneter Alexander Melinz.

Vermögenssteuer für Superreiche endlich einführen!

11-07-24 „Zu­sätz­li­che Ein­nah­men könn­ten nicht nur zur fi­nan­zi­el­len Sta­bi­li­sie­rung der Ge­mein­den und Städ­te bei­tra­gen, son­dern auch ge­zielt in den Aus­bau und die Ver­bes­se­rung der Pf­le­ge und Kin­der­be­t­reu­ung in­ves­tiert wer­den“, be­tont der Gra­zer Fi­nanz­stadt­rat Man­f­red Eber.

Veröffentlicht: 28. April 2026