Land kürzt bei Nachmittags- und Ferienbetreuung – Gemeinden und Eltern zahlen drauf
Der Kürzungskurs der blau-schwarzen Landesregierung setzt sich fort: Die angekündigte Kürzung der Fördermittel für die Nachmittags- und Ferienbetreuung an steirischen Volksschulen sorgt für Verunsicherung bei Gemeinden, Eltern und Bildungseinrichtungen. Besonders problematisch ist, dass die Einschnitte rückwirkend für das laufende Schuljahr gelten und damit kurzfristig große Budgetlücken entstehen – allein in Graz fehlen rund zwei Millionen Euro. Das hat zur Folge, dass entweder die Gemeinden selbst einspringen müssen oder dass die Kosten auf die Familien abgewälzt werden. Beides hätte gravierende Folgen: Entweder geraten kommunale Budgets noch weiter unter Druck oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird weiter erschwert.
„Es ist völlig unverständlich, warum in einem so wichtigen Bereich wie der Nachmittags- und Ferienbetreuung plötzlich der Sparstift angesetzt wird. Diese Maßnahme ist nicht nur kurzsichtig, sondern verlagert die Kosten lediglich – Kommunen und Eltern werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Es scheint, als hätte die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für den Bildungslandesrat Hermann keinen allzu hohen Stellenwert“, kritisiert KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.
Um die Hintergründe dieser Kürzungen aufzuklären, hat die KPÖ eine schriftliche Anfrage eingebracht. Unter anderem wird gefragt, warum es zu diesem Schritt gekommen ist und wie der zuständige Landesrat konkret vorhat, die Finanzierungslücke zu schließen: Mit einer entsprechenden Erhöhung der Elternbeiträge oder durch die komplette Einstellung der Ganztages- und Ferienbetreuung an steirischen Pflichtschulen.
Veröffentlicht: 22. April 2026