Wie der Strompreis berechnet werden sollte

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„Das Unverständnis für die Merit-Order wächst. Eine neue Strompreisbildung muss her“, fordert Miriam Herlicska, Energiesprecherin der KPÖ im Grazer Gemeinderat.
Foto: © KPÖ Graz

„Dass es sein kann, dass Strom der aus Wasserkraft, Windkraft oder anderen erneuerbaren Energiequellen produziert wird, gleich teuer ist wie der aus einem preistreibenden Gaskraftwerk, wird für viele immer weniger nachvollziehbar und sorgt für berechtigten Unmut“, sagt Miriam Herlicska, Energiesprecherin der KPÖ im Grazer Gemeinderat.

Mit Dezember ist die sogenannte Strompreisbremse der Bundesregierung in Kraft getreten. Gleichzeitig erhalten Grazer:innen Schreiben mit den Tariferhöhungen ihrer Energielieferanten. Darauf zu finden ist neben enorm gestiegener Tarife, auch der Strommix der Lieferanten, die zum Großteil damit werben, dass ihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Ressourcen erzeugt wurde.


Absurd: Teuerstes Kraftwerk bestimmt den Preis

Dank des bestehenden Systems der Merit-Order, bei dem das teuerste und meist auch umweltschädlichste Kraftwerk, den Marktpreis bestimmt, trifft die Preiserhöhung auch Tarifbestandteile aus erneuerbaren Energien.

Zwar bring die Strompreisbremse als kurzfristige Ausgleichsleistung eine Erleichterung für alle Haushalte, sie ist aber nur ein Mittel zur Symptombekämpfung des eigentlichen Problems. Die aktuelle Krise zeigt eindeutig, dass die Merit-Order ausgedient hat. Längerfristig kann nur eine neue Strukturierung des Strommarktes eine Entspannung der Situation bringen.

„Das Unverständnis für die Merit-Order wächst. Eine neue Strompreisbildung muss her“, fordert Herlicska. Das von der KPÖ  bereits im August dieses Jahres vorgestellte Marktmodell „Strompool Austria” könnte sofort und nachhaltig Preise senken und der öffentlichen Hand die Kontrolle über die Energiepreise zurückgeben.

Die KPÖ appelliert darum erneut an die Bundesregierung, die Implementierung des „Strompools Austria“ ernstlich zu prüfen.

Graz beschließt Masterplan für Photovoltaik

16-02-24 Zu­min­dest 40 Pro­zent des Strom­be­darfs der Stadt Graz und ih­rer Toch­ter­ge­sell­schaf­ten sol­len bald als er­neu­er­ba­re und lo­ka­le En­er­gie er­zeugt wer­den.

Veröffentlicht: 2. Dezember 2022