Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Tatort Hypo Alpe Adria

Kommentar von Renate Pacher

Das Idol der Freiheitlichen, Jörg Haider, erklärte 2007: „Wir werden den Löwenanteil der Hypo-Millionen für die kommenden Generationen anlegen. Damit handeln wir im Sinne der jungen Menschen dieses Landes nachhaltig und zeigen Weitblick. Deswegen wird Kärnten reich.“. Nun wird das Ausmaß der Hypo-Katastrophe deutlich:  Fast fünf Milliarden Euro Steuergeld sind seit der Notverstaatlichung in die Bank geflossen. Die SteuerzahlerInnen werden noch viele weitere Milliarden zahlen.

Der Journalist Richard Schneider hat 2010 das Buch „Tatort Hypo Alpe Adria“ geschrieben. Die KPÖ hat ihn zur Buchpräsentation nach Knittelfeld eingeladen. Sein Bericht spannte den Bogen vom Jugoslawischen Bürgerkrieg und denn illegalen Waffenlieferungen über Österreich nach Kroatien, über die Ausplünderung des jugoslawischen Staatsvermögens und der Neuverteilung des Reichtums an einige Familien, bis hin zu den lukrativen Geschäften für einige Bankmanager und eine ausgewählte Gruppe von reichen Investoren.

All das hat mit der Hypo Alpe-Adria zu tun. Es gab ein enges Gefecht von Politik, Wirtschaft und Kriminalität. Viele haben an der Hypo gut verdient. All das hat dieser Journalist schon vor Jahren beleuchtet. Sein Buch hilft den Zorn darüber wachzuhalten, dass die „Kleinen“ wieder einmal alles bezahlen sollen.

Die Mühlen der Justiz mahlen sehr langsam. ÖVP und SPÖ haben die Notverstaatlichung als alternativlos hingestellt, die finanziellen Folgen verschleiert und hunderte Millionen für Beratungsfirmen ausgegeben. In Sachen Hypo ist wohl mehr auf das Wohl der Investoren, Gläubiger und politischen Freunde, als auf jenes der SteuerzahlerInnen geschaut worden.

Nun wollen SPÖ und ÖVP nicht einmal einen Untersuchungsausschuss einsetzen. Die Strache-FPÖ gibt sich empört - und tut so, als hätte die Hypo-Alpe Adria nichts mit der FPÖ zu tun. „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“, dieser Satz von Bertolt Brecht ist aktuell wie eh und je.

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

18. Februar 2014