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Steiermark ehrt Maria Cäsar

Großes Ehrenzeichen für Widerstandskämpferin und Kommunistin

Am 19. November wurde der steirischen Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus und Kommunistin Maria Cäsar das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen.

Maria Cäsar wurde am 13. September 1920 in Prevalje/Slowenien geboren und verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Judenburg. Als Kind eines Stahlarbeiters lernte sie die Not der Zwischenkriegszeit kennen. Politisch war Maria Cäsar zuerst bei den Roten Falken und nach dem 12. Februar 1934 beim Kommunistischen Jugendverband (KJV) aktiv und leistete illegale Arbeit im Untergrund. Nach dem Einmarsch der Nazitruppen in Österreich wurde sie im Mai 1939 von der Gestapo verhaftet und war 14 Monate lang im Landesgericht Graz inhaftiert.

Unmittelbar nach ihrer Enthaftung heiratete sie. Ihr erster Mann, der wie sie Mitglied einer Widerstandsgruppe war, fiel als Soldat im Jahr 1943. Maria Cäsar knüpfte in der Folge Kontakte zu jugoslawischen Partisanen und den Widerstandsgruppen in Judenburg. Als 1944 Mitglieder dieser Gruppen verhaftet wurden, befürchtete sie, dasselbe Schicksal zu erleiden und ging deshalb zu den slowenischen Verwandten.

Nach der Befreiung Österreichs arbeitete sie aktiv in den Reihen der KPÖ für eine demokratische und sozialistische Entwicklung unseres Landes und trat für die Rechte der Frauen ein. 1950 zog sie nach Graz und leistete in der KPÖ wichtige Beiträge zur Entwicklung der Partei. Im Bund Demokratischer Frauen (BDF) trat sie stets dafür ein, politisch interessierte Frauen in die Bewegung für die Emanzipation der Frauen und für soziale Gerechtigkeit einzubeziehen.

Nach ihrer Pensionierung widmete sie sich der Tätigkeit im KZ-Verband, dessen Landesvorsitzende sie viele Jahre lang war, und trug seither als Zeitzeugin an hunderten Schulen und in der Öffentlichkeit dazu bei, junge Menschen für die Gefahren des Rechtsextremismus zu sensibilisieren. Das begründete auch ihr hohes Ansehen weit über die Kreise unserer Partei hinaus.

Von der Republik Österreich erhielt sie 1978 die Befreiungsmedaille, die Stadt Graz machte sie 1995 zur Ehrenbürgerin und das Land Steiermark zeichnete sie 1999 mit dem Goldenen Ehrenzeichen aus. Im Jahr 2001 wurde sie auch mit dem Menschenrechtspreis des Landes Steiermark ausgezeichnet.

Vertreterinnen und Vertreter der steirischen KPÖ gratulierten Maria Cäsar herzlich zur Verleihung des Großen Ehrenzeichens. KPÖ-Sprecherin Claudia Klimt-Weithaler: „Wir sind stolz auf Maria Cäsar, die heuer ihren 94. Geburtstag gefeiert hat. Sie hat sich ihr ganzes Leben für Gerechtigkeit eingesetzt und dabei sehr viel Mut bewiesen. Sie ist ein großes Vorbild für alle Kommunistinnen und Kommunisten.“

Maria Cäsar ist nach wie vor aktiv wird und wird am 29. November im Rahmen eines antifaschistischen Kongresses der Kommunistischen Jugend im Grazer Volkshaus als Zeitzeugin sprechen.

20. November 2014