Smart Meter: KPÖ gegen zwangsweise Umstellung

Landesregierung gesteht Steirerinnen und Steirern keine Wahlfreiheit zu

In naher Zukunft sollen die steirischen Haushalte mit sogenannten „intelligenten Stromzählern“ (Smart Metern) ausgestattet werden. Obwohl die EU die Möglichkeit des Verzichts („Opting Out“) vorsieht, gilt in Österreich, dass alle Haushalte mit den neuen Geräten ausgestattet werden. Diese würden allerdings auf Wunsch nur eingeschränkt aktiviert. Die KPÖ tritt für eine echte Wahlfreiheit ein und hat dazu einen Antrag in den Landtag eingebracht. Dieser wurde heute im zuständigen Ausschuss behandelt.

KPÖ-LAbg. Werner Murgg tritt dafür ein, dass dass Stromkundinnen und –kunden ihre alten Zähler behalten können. Im Landtag Steiermark stehen SPÖ, ÖVP und Grüne jedoch hinter dem Bericht der Landesregierung, in dem der zwangsweise Austausch aller Zähler durch Smart-Meter befürwortet wird. Murgg: „Das Gesetz wird offenbar so ausgelegt, dass die Zähler auch gegen den Willen des Kunden durch Smart-Meter ersetzt werden dürfen. Ob die umstrittenen Funktionen aktiviert werden oder nicht, entzieht sich der Kenntnis des Endverbrauchers.“

Mit den neuen Stromzählern wird eine Flut an Daten gewonnen, die sich der Kontrolle durch die Stromkundinnen und -kunden entziehen. Die Geräte sind wartungsintensiver als die bisher eingesetzten Ferraris-Zähler und haben eine wesentlich kürzere Lebensdauer. Dadurch relativiert sich bei flächendeckendem Einsatz der vermeintliche energiepolitische Nutzen dieser Technologie. Auch Fragen in Zusammenhang mit Manipulationen, etwa durch Hackerangriffe, bleiben unbeantwortet.

Die Zähler müssen zwar beim Einbau nicht selbst bezahlt werden, die Energiekonzerne werden sich das Geld aber über die Netzkosten zurückholen, also indirekt über den Strompreis.

 

9. Januar 2018