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Skandal um Freibad-Aktivisten

Gemeindefunktionäre bedrohen Bürger mit Anzeige

Ein Bürger, der sich schriftlich für den Erhalt des Fohnsdorfer Freibades einsetzte, wurde mit Anzeigen bedroht. Die Besucherzahlen des öffentlichen Freibades seien ein Amtsgeheimnis, das er verraten hätte.

 

Amtsleiter Dr. Clemens Achleitner verlangte eine bindende Erklärung, schriftliche Behauptungen, die der Gemeinde Fohnsdorf schaden, in Hinkunft zu unterlassen. Ansonsten würde ein Klagsauftrag  erteilt. In diesem Schreiben handelte sich um Dokumente über die Besucherzahlen aus der Amtszeit vor Bürgermeister Straner.


Die langjährige frühere Kassiererin beim Freibad wurde bei der öffentlichen Gemeinderatsitzung vorverurteilt. Sie hat die Besucherzahlen des Freibades längst vergangener Jahre an einen Bürger preisgegeben. Bürgermeister Straner wertete das als ein „Verstoß gegen das Amtgeheimnis“. Gnadenhalber wurde von einer Anzeige an Sie abgesehen. Besucherzahlen eines öffentlichen Gemeindebetriebes als „Amtsgeheimnis“ zu deklarieren ist wohl eine Frechheit. Die Einnahmen vom Freibad sind im Haushaltsbudget aufgelistet welches von jedem Einwohner eingesehen werden kann und darf.

„Gemeindebürger mit dieser Art und Weise zu drohen entbehrt jeder demokratischen Grundlage”, sagte KPÖ Bezirksobmann Gerd Wieser.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Fohnsdorfer Therme: Weil man sich bei deren Errichtung verspekuliert hat, versucht man nun die Badelustigen in die hochpreisige Therme zu bringen. Das Hallenbad wurde längst geschlossen, nun lässt man - trotz Bürgerinitiativen, die auch ehrenamtlich für eine Verbesserung sorgen würden - das Freibad verkommen.

2. Dezember 2013