Partisanen für Österreich

Distanzierung von einem Text auf der Website der euro-chauvinistischen KPÖ.


Ein Schmock, der auf radikal macht


Im Leitartikel auf der Startseite der Bundes-KPÖ wettert ein Alois Franz (Meines Wissens handelt es sich dabei um Franz Fend aus Linz) gegen den „degoutanten Patriotismus“ und gegen die Fahne und das Wappen Österreichs (das einzige weltweit, auf dem noch Hammer und Sichel, sowie die gesprengten Ketten als Zeichen des Sieges über den Faschismus zu sehen sind).

Als steirischer KPÖ-Vorsitzender distanziere ich mich auf das Schärfste von diesem pseudolinken Feuilletonismus eines Schmock, der auf radikal macht.
Wenn man das Gegenteil von etwas Falschem propagiert, dann ist das nicht immer das Richtige. Eine Grundlage unserer marxistischen politischen Haltung ist die Dialektik. Die Dialektik von Nationalem und Internationalem, von Patriotismus und Internationalismus muss unter den heutigen Bedingungen sicherlich auf eine neue Weise begriffen und analysiert werden. Wir müssen aber lernen, sie zu handhaben.
Wenn uns dies nicht gelingt, können wir keine stabilen Kontakte mit den Ausgebeuteten und Unterdrückten, mit der Mehrheit der österreichischen Bevölkerung herstellen.

Die steirische KPÖ hat an der würdigen Kundgebung der KPÖ Wien  zum 70. Jahrestag der Annexion Österreichs teilgenommen. Wir schätzen im Nachhinein ein, dass dies richtig war, weil es Leistungen in der Geschichte unserer Bewegung gibt, die wichtiger sind als unsere aktuellen Differenzen und die Auseinanderentwicklung der letzten Jahre. Alois Franz stellt auch das in Frage.

Deshalb führe ich noch einmal an, was Ernest Kaltenegger in seiner Rede am 15. März in Wien gesagt hat:

„Lassen wir nicht zu, dass rechte Pharisäer und Scharlatane die Gefühle und Sehnsüchte vieler Menschen missbrauchen können. Begriffe wie Heimat, Nation oder Sicherheit sind bei einigen von uns verpönt, weil sie damit braunen Sumpf und Verzopftheit verbinden. Ich halte dies für überheblich und kurzsichtig. Wir dürfen diese Werte nicht einfach den Ewiggestrigen überlassen.

Internationalismus und Patriotismus sind nicht unversöhnliche Gegensätze, wie man es manchmal darstellen möchte. Sind im Kampf gegen den Nationalsozialismus nicht gerade glühende Internationalistinnen und Internationalisten für Österreich gestorben? War es nicht die KPÖ, die 1938 als einzige Partei das österreichische Volk aufrief, für ein freies und unabhängiges Österreich zu kämpfen? In den Stellungen der Internationalen Brigaden vor Madrid oder in Katalonien wurden gelegentlich auch alte österreichische Volkslieder gesungen.

Heute, 70 Jahre nach der Okkupation soll an die Verbrechen erinnert werden, die der Machtergreifung der Nazis folgten. Dies ist auch Anlass daran zu erinnern, dass die Ultrarechten nie für Heimat, Nation oder Sicherheit standen – im Gegenteil: Sie waren stets deren Totengräber!“

Wer nur mehr Europa sieht und vergisst, dass unser Kampfboden noch immer Betrieb, Gemeinde  und Österreich sind, der geht politisch ins Nichts.

Franz Stephan Parteder

15. Mai 2008