KPÖ fordert Werbeverbot für Glücksspiel

Claudia Klimt-Weithaler: „Glücksspiel richtet großen Schaden an, Glücksspiel-Werbung und Sponsoring gehören verbannt“

In den vergangenen Jahren wurden die gesetzlichen Grundlagen für viele Formen des Glücksspiels bundesweit und in der Steiermark neu geregelt. Dabei stand oft weniger der Schutz von Spielsüchtigen und deren Angehörigen im Vordergrund, sondern die Profitinteressen der Glücksspiel- und Wettindustrie. Die KPÖ fordert, nach dem Vorbild Italiens Werbung für Glücksspiele zu verbannen.

Glücksspiel und Wetten richten großen gesellschaftlichen Schaden an. Pathologische Spieler vernichten oft nicht nur ihre eigene Existenz, sondern die ihrer ganzen Familie. Nicht selten kommt es zu kriminellen Handlungen zur Finanzierung der Spielsucht. Spielsüchtige sind oft hoch verschuldet. Trotzdem werden Glückspielautomaten und Wetten in der Werbung als harmloses Vergnügen dargestellt. Besonders bedenklich ist das Sponsoring von Sportvereinen durch Wettkonzerne.

Claudia Klimt-Weithaler, Klubobfrau der KPÖ im Landtag Steiermark: „Die Glücksspielindustrie generiert Umsätze in Milliardenhöhe. Der gesellschaftliche Schaden, der dadurch angerichtet wird, ist mindestens ebenso hoch zu beziffern. Diesem Treiben gehört ein Riegel vorgeschoben. Ein Werbeverbot wäre ein wichtiger Schritt.“

Die letzte von offizieller Seite veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2007 schätzte die Zahl der „direkt und indirekt von Spielsucht“ Betroffenen in der Steiermark auf 60.-80.000 Personen. Trotz verschiedener in den letzten Jahren eingeführter Schutzmaßnahmen ist es derzeit in der Steiermark möglich, in nur einer Stunde mehr als 30.000 Euro an Automaten zu verspielen, ohne dass ein Gesetz gebrochen wird. Besonders im Bereich des Sportsponsorings sind Wettkonzerne allgegenwärtig. Experten wie Dr. Tobias Hayer (Universität Bremen), der 2017 in Graz zum Thema „Sportwetten - Harmlose Freizeitbeschäftigung oder gefährliches Suchtmittel?“ referierte, warnen vor den Folgen auf Spielsüchtige, aber auch für den Sport.

Die italienische Regierung hat auf die immer häufiger geäußerten Bedenken reagiert und verbietet als erstes Land in der EU Werbung für Glücksspiele. Nach diesem Vorbild hat die KPÖ den Antrag an die Landesregierung eingebracht, sich auf Bundesebene für ein Werbeverbot für Glücksspiele, Live- und Sportwetten einzusetzen. Dieses sollte Werbung für Glücksspielautomaten und für Lokale, in denen Glücksspiele angeboten werden umfassen, ebenso Werbung für Live- und Sportwetten, Sponsoring von Rundfunkprogrammen (z.B. durch Product Placement) und von Sportereignissen.

 

28. September 2018