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Kann sich Graz Olympia leisten?

KPÖ beharrt auf Volksbefragung über Olympia

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"Eine finanziell so weitreichende Entscheidung darf nicht über die Köpfe der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler hinweg getroffen werden“, fordert Gemeinderätin Sahar Mohsenzada eine Volksbefragung zur Olympia-Bewerbung.

Vor dem Nightrace in Schladming hat Bürgermeister Siegfried Nagl bekundet, dass sich Graz als „Host City“ für die Olympischen Winterspiele 2026 bewerben solle. Es sollen Spiele „ohne Gigantomanie“ werden, wie immer wieder betont wird. Dass das möglich ist, bezweifelt man bei der KPÖ. „Wir haben keine freien budgetären Mittel, auch nicht für eine Bewerbung“, hatte zuletzt auch Finanzstadtrat Günter Riegler (ÖVP) gegenüber der Kleinen Zeitung ausgeführt. Was die finanzielle Beteiligung des Bundes betrifft, ist Sportminister HC Strache (FPÖ) erstaunlich zurückhaltend. Finanz- und Sportlandesrat Anton Lang (SPÖ) steht auch auf der Bremse.

Innsbruck hat für die gescheiterte Olympia-Bewerbung bereits mindestens 700.000 Euro ausgegeben: 300.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie + 400.000 für Promotionzwecke. Für die Bewerbung selbst waren 15 Millionen vorgesehen. Das gilt allgemein als untere Grenze. Bewerber wie Sion, Calgary und Almaty sind da noch großzügiger. Bürgermeister Nagl meint, es sei möglich, mit 9 Millionen Euro Chancen auf den Zuschlag zu haben.

„Beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder in der Sozialpolitik heißt es immer, die Stadt könne sich das alles nicht leisten. Für einen Mega-Event will man aber offenbar keine Kosten scheuen“, wundert sich Gemeinderätin Sahar Mohsenzada, KPÖ-Mitglied im Finanzausschuss. Sie will in der nächsten Gemeinderatssitzung vom zuständigen Stadtrat Riegler wissen, wie er die dafür erforderlichen Mittel aufbringen will: „Die Grazer und Grazerinnen haben ein Recht zu erfahren, wie und auf wessen Kosten Olympia gestemmt werden soll.“

Für die KPÖ steht jedenfalls fest: Ohne Volksbefragung soll es keine Olympia-Bewerbung geben. „Eine finanziell so weitreichende Entscheidung darf nicht über die Köpfe der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler hinweg getroffen werden“, so Mohsenzada.

Veröffentlicht: 25. Januar 2018

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