„In der Gewissheit, dass ihr den Kampf weiterführen werdet“

Die KPÖ erinnert sich an den Grazer Regisseur, Schauspieler und kommunistischen Widerstandskämpfer Karl Drews, dessen Todestag sich am 7. Oktober zum 80. Mal jährt.

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Am 7.10.2022 Gedenken wir dem 80. Todestag von Karl Drews (Foto: klahrgesellschaft.at)

„Österreich wird aber auch daran erinnert, dass es für die Teilnahme am Kriege an der Seite Hitler-Deutschlands eine Verantwortung trägt, der es nicht entrinnen kann, und dass anlässlich der endgültigen Abrechnung Bedachtnahme darauf, wieviel es selbst zu seiner Befreiung beigetragen haben wird, unvermeidlich sein wird“, hielt die Deklaration der Alliierten 1943 fest.

„Karl Drews war einer der vielen österreichischen Kommunistinnen und Kommunisten, die der faschistischen Barbarei die Stirn geboten und das mit ihrem Leben bezahlt haben. Sie haben die Hauptlast des Widerstands gegen die Nazi-Tyrannei getragen. Ohne ihren Einsatz wäre Österreich nicht das, was es heute ist“, so der Grazer Stadtrat und Obmann des KPÖ-Bildungsvereins Robert Krotzer.

Zur Person Karl Drews – eine Kurzbiografie

 

Karl Drews wurde am 29. Oktober 1901 in Triest geboren. 1911 zog die Familie Drews nach Graz, wo er das Gymnasium besuchte und Violinunterricht am Konservatorium nahm. Danach trat er eine Banklehre an und begann nebenbei, Schauspiel zu lernen. Mit den 1920er Jahren begann das politische Engagement Karl Drews, das ihn schließlich zur KPÖ bringen sollte.

Beruflich wirkte Drews als Schauspieler und Regisseur unter anderem in Graz, Leoben, Salzburg, Linz sowie an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen in der Tschechoslowakei.  Zwischen 1929 und 1931 war Drews als Leiter des „Prolet-Kults“ tätig – einem Arbeiteragitationstheater, das im Rahmen von KPÖ-Veranstaltungen auftrat. 1932 ging Karl Drews nach Zagreb, wo er Direktor der Opern- und Schauspielschule wurde und am Zagreber Nationaltheater Regie führte.

Nachdem er im Zuge verschärfter Repressalien als unerwünschter Ausländer aus Jugoslawien abgeschoben worden war, kehrte er 1935 wieder nach Graz zurück, wo er Leiter des Orpheums wurde – damals eine Kleinkunstbühne. Daneben gründete er eine eigene Film- und Schauspielschule in Graz. Sein „berühmtester“ Schüler war Carl Möhner. 1938 und 1939 wirkte er noch einmal als Schauspieler und Inspizient am Schauspielhaus Graz.

Danach nahm er in Leibnitz eine Stelle als Finanzbeamter an, wurde aber als politisch „Unzuverlässiger“ nach einer Denunziation wieder entlassen. Der Grund: Er wich gegenüber seinen Kolleg:innen nicht von seiner politischen Einstellung ab und leistete trotz akuter Repressionsgefahr antifaschistische Aufklärungsarbeit.

Ab 1940 gehörte Karl Drews der illegalen KPÖ-Landesleitung in der Steiermark an. Er startete das Unterfangen, die zerschlagenen Strukturen KPÖ neu aufzubauen. Er knüpfte Kontakte zu mehreren Widerstandsgruppen, u. a. in der Ober- und Weststeiermark sowie in den Grazer Umlandgemeinden.

Das Netzwerk wurde schließlich entdeckt und Karl Drews – wie einige hundert weitere steirische Widerstandskämpfer:innen in jenem Winter und Frühjahr – am 2. Februar 1941 verhaftet und am 28. Juli 1942 in Graz wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Am 7. Oktober 1942 wurde er – wie 23 weitere Mitglieder antifaschistischer Widerstandszellen in der Steiermark – in Wien hingerichtet.

7. Oktober 2022