Fachkräftemangel: Bessere Bezahlung würde helfen

Claudia Klimt-Weithaler: „Arbeitsbedingungen und Gehälter stimmen oft nicht"

Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung beklagen regelmäßig einen Fachkräftemangel im Land. Dass dieser etwas mit zu geringer Bezahlung oder schlechten Arbeitsbedingungen zu tun hat, wird dabei konsequent ausgeklammert.

Auch in Gesundheits- und Pflegeberufen ist der Mangel Realität. In vielen Branchen gibt es ganz konkrete Gründe, wenn Stellen unbesetzt bleiben: schlechte Bezahlung bzw. Arbeitszeiten, die schwer mit Familien- und Privatleben vereinbar sind. Auch stehen offenen Stellen oft Arbeitslose gegenüber, die entweder nicht über geforderte Voraussetzungen verfügen (etwa langjährige Berufserfahrung) oder lieber in anderen Branchen arbeiten, wo Bezahlung und Arbeitsbedingungen besser sind. Bei der Weiterbildung von Beschäftigten wird in vielen Fällen gespart.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler: „Die Wirtschaftskammer sollte es eigentlich wissen: Bei geringem Angebot und großer Nachfrage muss der Preis für die Arbeitskraft – also der Lohn – steigen. Wer nur Hungerlöhne bezahlen will, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Menschen, die hier ausgebildet werden, lieber ins Ausland abwandern.“

12. September 2018