Licht und Wahrheit

Mit Esotherik und jüngstem Gericht gegen die Imperialisten

Das Manifest des Augusto C. Sandino vom 15. Februar 1931
Manifest "Licht und Wahrheit"
15 Februar 1931

Göttlicher Antrieb beseelt und beschützt unser Heer von Anbeginn an, und so wird es bis zum Ende sein.
Dieser göttliche Antrieb verlangt mit Recht, daß all unsere Brüder, die diesem Heer angehören, in seinem Licht und seiner Wahrheit die das Universum regierenden Gesetze zu erkennen beginnen.

Nun denn, Brüder:
Ihr alle ahnt eine Kraft, die höher ist als ihr selbst her als alle anderen Kräfte des Universums. Diese bare Kraft hat viele Namen, wir aber haben sie urne: Namen Gottes kennengelernt.
Sicherlich sind viele unter euch, die schon immer die genheit herbeigewünscht haben, daß ihnen jemand wunderbaren Dinge erklärt.
Nun denn, Brüder:
Das, was im Universum bereits vor den Dingen existierte, die man sehen oder berühren kann, war der Äther als einzige und erste Substanz der Natur. Aber vor dem alles Universum ausfüllenden Äther war ein großer Wille, das heißt ein großer Wunsch, zu sein, was nicht war. Diesen Wunsch haben wir unter dem Namen Liebe kennengelernt.
Aus dem bisher Gesagten läßt sich ersehen, daß der Anfang aller Dinge die Liebe ist, das heißt Gott. Man kann ihn auch Schöpfer des Universums nennen. Die einzige Tochter der Liebe ist die göttliche Gerechtigkeit.
Die Ungerechtigkeit hat keinerlei Berechtigung, im Universum zu existieren. Sie wurde aus dem Neid und den Gegensätzen zwischen den Menschen geboren, bevor diese ihr Wesen begriffen hatten.

Aber das menschliche Unverständnis existiert im Leben des Universums nur vorübergehend, denn wenn die meisten Menschen erkennen, daß sie durch den Geist leben, dann wird für immer Schluß sein mit der Ungerechtigkeit auf Erden und die Herrschaft des Geistes des Lichtes und der Wahrheit, also der Liebe beginnen.

Ihr werdet auch gehört haben, daß dieses 20. Jahrhundert, auch Jahrhundert des Lichtes genannt, die Epoche ist, für die das Jüngste Gericht prophezeit worden ist.

Nun denn, Brüder:
Das fragliche Jahrhundert besteht aus 100 Jahren, und die ersten 31 davon sind bereits vergangen. Das bedeutet, daß die angekündigte Katastrophe für die noch fehlenden 69 Jahre bestimmt sein sollte.

Es ist nicht sicher, daß der heilige Vincent kommen und die Trompete blasen wird, noch ist es sicher, daß die Erde zerbersten und dann untergehen wird. Nein.

Folgendes wird geschehen: Nämlich, daß die unterdrückten Völker die Ketten der Erniedrigung sprengen werden, an denen uns die Imperialisten der Erde immer wieder zurückzerren wollten.

Die Trompeten, die wir hören werden, werden die Trompeten des Krieges sein, die die Freiheitshymne der unterdrückten Völker gegen die Ungerechtigkeit der Unterdrücker anstimmen werden.

Das einzige, das für immer untergehen wird, wird die Ungerechtigkeit sein, und es bleibt das Reich der Vollkommenheit, die Liebe mit ihrer Lieblingstochter, der göttlichen Gerechtigkeit. Meine Brüder! Uns wird die Ehre zuteil, in Nikaragua die von der göttlichen Gerechtigkeit Auserwählten zu sein, die das Gericht über die Ungerechtig auf Erden beginnen. Fürchtet euch nicht, meine lieben Brüder. Und seid sicher, ganz sicher, daß unser endgültiger Sieg in Nikaragua sehr bald kommen wird, womit die Lunte der "proletarischen Explosion" gegen die Imperialisten der Erde angezündet sein wird.


Aufrichtig euer Bruder

Hauptquartier des Heeres zur Verteidigung der Nationaler Souveränität Nikaraguas
El Chipotón, Las Segovias, Nikaragua
Zentralamerika
15. 2.1931
Vaterland und Freiheit!
Der Text erschien im Band ”Nikaragua - Dokuments einer Revolution", Reclam Leipzig 1985.

9. März 2009