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5G: Tücken & Profiteure

„5G-Ausbauten sollen einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden“, fordert das KPÖ-Gesundheitssprecherduo Elke Heinrichs und Dr. Hans Peter Meister.

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Viele offene Fragen zur 5G-Technologie. Eines ist aber klar: Nutznießer sind die Automobilindustrie und Stromanbieter. (copyright: flickr)
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Nicht zuletzt in Zeiten von Internetkonferenzen ist man auf eine schnelle und stabile Internetverbindung angewiesen. Während derzeit alles von 5G spricht, weist jedoch das glasfasergebundene Internet in Graz Lücken auf. „Stattdessen steht uns eine Sendemastenverdichtung vor, die unter anderem einen eklatanten Anstieg des Energieverbrauchs erwarten lässt“, so KPÖ-Gemeinderätin Elke Heinrichs. Sie verweist auf die Feststellung des deutschen Energiekonzerns Eon, dass allein in Deutschland die Umstellung auf den Mobilfunkstandard 5G den Stromverbrauch bis zum Jahr 2025 um bis zu 3,8 Terawattstunden (TWh) erhöhen wird. Das wäre genug, um alle 2,5 Millionen Menschen der Städte Köln, Düsseldorf und Dortmund ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.

„Wir sprechen uns daher für den flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes aus, welcher zwar einmalig mehr kosten wird, vom Energie- bzw. Umweltstandpunkt her aber langfristig billiger und somit auch tatsächlich förderungswürdig ist“, so Heinrichs.

Was schließlich die Gesundheit von Sendemasten betrifft, soll laut KPÖ-Gesundheitssprecher Dr. Hans Peter Meister, festgehalten werden, „dass die Risiken für Mensch und Tier noch unzureichend erforscht sind. Selbst das European Parliamentary Research Service hat sich geäußert, dass es bis jetzt – in jegliche Richtung – keine abschließenden wissenschaftlichen Ergebnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen der 5G-Technologie gibt. Darüber hinaus gibt es eine kritische Stellungnahme der Österreichische Ärztekammer.“

Heinrichs und Meister fordern daher, dass anstatt der 5G-Technologie der Glasfaserausbau forciert werden soll: „Wenn 5G hauptsächlich den Automobilkonzernen - Stichwort: autonomes Fahren - und der Schwerindustrie zugutekommen wird, dann halten wir diesem Funk-Smog folgendes entgegen: „Die letzten Meilen“ sind mit umweltschonenden Kabeln zu verlegen. Für alle Vorhaben bezüglich des 5G-Ausbaus sind unbedingt Umweltverträglichkeitsprüfungen einzuholen.“

Veröffentlicht: 17. August 2020

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