KPÖ trauert um Manfred Ladstätter
„Erst wenn es allen anderen gut geht, dann geht es auch mir gut“
Manfred Ladstätter 1962 bis 2010
„Erst wenn es allen anderen gut geht, dann geht es auch mir gut“.
Liebe Frau Tibeth! Liebe Silvia! Liebe Verwandte und Bekannte!
Liebe Trauergäste, Freundinnen und Freunde! Liebe Genossinnen und Genossen!
Wir sind heute zusammengekommen, um uns von Manfred Ladstätter zu verabschieden.
Er wurde1962 in Kapfenberg geboren und machte nach der Schule die Ausbildung zum Betriebs- und Maschinenschlosser bei Böhler.
Seine erste politische Aktivität folgte bald mit der Gründung der ALI, der Arbeitsloseninitiative Kapfenberg mit Unterstützung von Rudolf Decker und Maria Metzenbauer von der Betriebsseelsorge.
Später machte er eine Ausbildung zum Systemadministrator und war vier Jahre lang im größten Rechenzentrum Österreichs in Wien beschäftigt.
Manfred „Ladi“ Ladstätter, wohnhaft im Schlosse zu Wieden.
So habe ich ihn kennengelernt - vor über zwanzig Jahren.
Als Gemeinderat der Alternativen Liste Kapfenberg, dessen Mandat er zehn Jahre lang innehatte. Danach hatte er zwei Mal aus Solidarität und in seinem Hoffen auf Gerechtigkeit für uns, für die KPÖ, kandidiert.
Ich lernte ihn als Menschenfreund kennen, nicht als Gutmenschen.
Als Gemeinderat war es ihm stets ein Anliegen, dass er den Leuten unter die Arme greift, denen es nicht so gut geht. Er fühlte sich für die Benachteiligten und Ausgegrenzten zuständig.
Ich habe noch einige seiner Anträge in Erinnerung, einer war beispielsweise die ständige kostenlose Benutzung des Schwimmbades für Bewohner von Substandardwohnungen.
Ich habe wirklich viel Zeit mit ihm verbracht. Ich habe zahllose Berggipfel mit Manfred erklommen und viele private und politische Gespräche mit ihm geführt. Oft bin ich zusammen mit ihm und Silvia bei ihm zuhause oder in seiner Gartenhütte zusammengesessen und es war wunderschön mit ihm, eine bessere, eine gerechtere Welt und Stadt zu besprechen. Aber auch das jährliche Zusammentreffen zu einem Weihnachtsessen bei meinen Eltern ist ein Beispiel.
Sein extravagantes Anderssein hat mich fasziniert. Bei einem Kapfenberger Stadtball wollte er unbedingt mit mir tanzen, als Zeichen gegen Diskriminierung von Andersdenkenden und Andersfühlenden.
Jahrelang hat er mit mir und anderen zusammen „Weihnachten für Einsame“ am 24.12. veranstaltet.
Er wollte, dass es niemandem schlecht geht.
Manfred wurde von Vielen unterschätzt. Durch seine Krankheit war es nicht immer leicht für ihn, dass er auch immer ernst genommen wurde und manchmal war es auch wirklich schwer.
Aber wenn man ihn gekannt hat, war das anders.
Er war ein bis zu allerletzt hoch politischer und intelligenter Mensch. Er hat mich noch am Vorabend zur Gemeinderatswahl angerufen und mich gebeten, ihn ins Wahllokal zu führen, da er nicht mehr so weit gehen kann.
Und überhaupt: Ich habe meine ersten politischen Erfahrungen durch ihn gemacht.
Ich habe Manfred so nebenbei, vor etwa zwanzig Jahren gefragt: „Du, wo ist denn die Feldgasse?“. An seine Antwort kann ich mich heute noch genau erinnern: „Du meinst sicher die Kommunisten. Komm, wir gehen gleich hin. Heute ist eh Freitag, da sind sie eh alle da.“
Ich war also mit ihm zusammen das erste Mal bei der Kapfenberger KPÖ. Er hat mich auch auf dem Weg dorthin begleitet, wo ich heute bin in der Partei.
Leider war Manfred aber auch seit ich ihn kenne immer schon am Gehen.
Ich kann mich noch an eine Aussage erinnern, die mich damals schon schreckte, wo er mir sagte, er wird keine 35 Jahre alt.
Seien wir froh, dass er so lange bei uns war, dass er diese Zeit mit uns gelebt hat, für uns etwas getan hat und für uns alle etwas Gutes wollte.
Für eigene Kinder hatte er keine Zeit, aber er hatte seine Familie, er hatte seine liebevolle Mutter und die Geschwister, seine Nichten und Neffen und vor Allem seine Freundin Silvia, mit der er 25 Jahre lang zusammen war.
Zum Abschluss bringe ich noch ein Gedicht von Erich Fried bei dem ich finde, dass es sehr gut zu Manfred passt:
Notwendige Fragen
Das Gewicht
der Angst
Die Länge und Breite
der Liebe
Die Farbe
der Sehnsucht
im Schatten
und in der Sonne
Wieviel Steine
geschluckt werden müssen
als Strafe
für Glück
und wie tief
man graben muss
bis der Acker
Milch gibt und Honig
Wir werden immer wieder an Manfred Ladstätter denken und ihn in guter Erinnerung behalten.
Wir als KPÖ verlieren einen wichtigen und wertvollen Mitstreiter unserer Bewegung, wir alle verlieren einen guten Freund, einen netten Nachbarn und einen guten Bekannten, einen aktiven, wertvollen und liebenswerten Menschen.
Ich verliere einen Wegbegleiter und einen guten Freund.
Lieber Manfred!
Möge die Erde Dir leicht werden!
Clemens Perteneder
Liebe Frau Tibeth! Liebe Silvia! Liebe Verwandte und Bekannte!
Liebe Trauergäste, Freundinnen und Freunde! Liebe Genossinnen und Genossen!
Wir sind heute zusammengekommen, um uns von Manfred Ladstätter zu verabschieden.
Er wurde1962 in Kapfenberg geboren und machte nach der Schule die Ausbildung zum Betriebs- und Maschinenschlosser bei Böhler.
Seine erste politische Aktivität folgte bald mit der Gründung der ALI, der Arbeitsloseninitiative Kapfenberg mit Unterstützung von Rudolf Decker und Maria Metzenbauer von der Betriebsseelsorge.
Später machte er eine Ausbildung zum Systemadministrator und war vier Jahre lang im größten Rechenzentrum Österreichs in Wien beschäftigt.
Manfred „Ladi“ Ladstätter, wohnhaft im Schlosse zu Wieden.
So habe ich ihn kennengelernt - vor über zwanzig Jahren.
Als Gemeinderat der Alternativen Liste Kapfenberg, dessen Mandat er zehn Jahre lang innehatte. Danach hatte er zwei Mal aus Solidarität und in seinem Hoffen auf Gerechtigkeit für uns, für die KPÖ, kandidiert.
Ich lernte ihn als Menschenfreund kennen, nicht als Gutmenschen.
Als Gemeinderat war es ihm stets ein Anliegen, dass er den Leuten unter die Arme greift, denen es nicht so gut geht. Er fühlte sich für die Benachteiligten und Ausgegrenzten zuständig.
Ich habe noch einige seiner Anträge in Erinnerung, einer war beispielsweise die ständige kostenlose Benutzung des Schwimmbades für Bewohner von Substandardwohnungen.
Ich habe wirklich viel Zeit mit ihm verbracht. Ich habe zahllose Berggipfel mit Manfred erklommen und viele private und politische Gespräche mit ihm geführt. Oft bin ich zusammen mit ihm und Silvia bei ihm zuhause oder in seiner Gartenhütte zusammengesessen und es war wunderschön mit ihm, eine bessere, eine gerechtere Welt und Stadt zu besprechen. Aber auch das jährliche Zusammentreffen zu einem Weihnachtsessen bei meinen Eltern ist ein Beispiel.
Sein extravagantes Anderssein hat mich fasziniert. Bei einem Kapfenberger Stadtball wollte er unbedingt mit mir tanzen, als Zeichen gegen Diskriminierung von Andersdenkenden und Andersfühlenden.
Jahrelang hat er mit mir und anderen zusammen „Weihnachten für Einsame“ am 24.12. veranstaltet.
Er wollte, dass es niemandem schlecht geht.
Manfred wurde von Vielen unterschätzt. Durch seine Krankheit war es nicht immer leicht für ihn, dass er auch immer ernst genommen wurde und manchmal war es auch wirklich schwer.
Aber wenn man ihn gekannt hat, war das anders.
Er war ein bis zu allerletzt hoch politischer und intelligenter Mensch. Er hat mich noch am Vorabend zur Gemeinderatswahl angerufen und mich gebeten, ihn ins Wahllokal zu führen, da er nicht mehr so weit gehen kann.
Und überhaupt: Ich habe meine ersten politischen Erfahrungen durch ihn gemacht.
Ich habe Manfred so nebenbei, vor etwa zwanzig Jahren gefragt: „Du, wo ist denn die Feldgasse?“. An seine Antwort kann ich mich heute noch genau erinnern: „Du meinst sicher die Kommunisten. Komm, wir gehen gleich hin. Heute ist eh Freitag, da sind sie eh alle da.“
Ich war also mit ihm zusammen das erste Mal bei der Kapfenberger KPÖ. Er hat mich auch auf dem Weg dorthin begleitet, wo ich heute bin in der Partei.
Leider war Manfred aber auch seit ich ihn kenne immer schon am Gehen.
Ich kann mich noch an eine Aussage erinnern, die mich damals schon schreckte, wo er mir sagte, er wird keine 35 Jahre alt.
Seien wir froh, dass er so lange bei uns war, dass er diese Zeit mit uns gelebt hat, für uns etwas getan hat und für uns alle etwas Gutes wollte.
Für eigene Kinder hatte er keine Zeit, aber er hatte seine Familie, er hatte seine liebevolle Mutter und die Geschwister, seine Nichten und Neffen und vor Allem seine Freundin Silvia, mit der er 25 Jahre lang zusammen war.
Zum Abschluss bringe ich noch ein Gedicht von Erich Fried bei dem ich finde, dass es sehr gut zu Manfred passt:
Notwendige Fragen
Das Gewicht
der Angst
Die Länge und Breite
der Liebe
Die Farbe
der Sehnsucht
im Schatten
und in der Sonne
Wieviel Steine
geschluckt werden müssen
als Strafe
für Glück
und wie tief
man graben muss
bis der Acker
Milch gibt und Honig
Wir werden immer wieder an Manfred Ladstätter denken und ihn in guter Erinnerung behalten.
Wir als KPÖ verlieren einen wichtigen und wertvollen Mitstreiter unserer Bewegung, wir alle verlieren einen guten Freund, einen netten Nachbarn und einen guten Bekannten, einen aktiven, wertvollen und liebenswerten Menschen.
Ich verliere einen Wegbegleiter und einen guten Freund.
Lieber Manfred!
Möge die Erde Dir leicht werden!
Clemens Perteneder
Veröffentlicht: 21. Juni 2012