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Während eine Million Menschen in Österreich in Armut lebt und jeden Cent zählen muss, gibt es gleichzeitig immer mehr Millionäre im Land. Fast 69.000 Österreicher besitzen mehr als eine Million Euro. Insgesamt besitzen die Millionäre 210 Milliarden Euro.
Höchste Zeit für eine Reichensteuer!
In einem Bericht der Nachrichtenagentur APA heißt es: „Die enormen Kursgewinne ab März 2009 haben die Vermögen der österreichischen Reichen und Superreichen massiv ansteigen lassen. Trotz der stärksten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten ist die Zahl der österreichischen Euro-Millionäre im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 68.900 Personen gewachsen. Ihr Vermögen hat sich um 13,7 Prozent auf 210 Milliarden Euro erhöht. Das geht aus dem Vermögensreport 2010 der Liechtensteiner Investmentgesellschaft Valluga hervor.“
Nach dem Bericht wird das Vermögen der reichen Österreicher bis 2013 auf 292 Milliarden Euro wachsen. Das entspricht einer Steigerung von 8,6 Prozent pro Jahr. Valluga-Präsident Reingard J. Berger erklärte zu dieser Entwicklung: „Es ist erstaunlich, wie rasch die Reichen die Folgen der Krise abschütteln konnten.“
Dem steht gegenüber, dass die unselbstständig Erwerbstätigen und Pensionisten mit den EU-weit geplanten Belastungspaketen für die Rettung der Vermögen der Reichen neben steigender Arbeitslosigkeit und Lohndruck zusätzlich zur Kasse gebeten werden.
10 Prozent besitzen zwei Drittel des Geldes
Nach der Studie geht die Konzentration im Vermögensbereich ungebrochen weiter: In Österreich sind im Vorjahr 6.800 frischgebackene Euro-Millionäre dazugekommen. Die wohlhabendsten Österreicher – weniger als ein Prozent der Wohnbevölkerung – besitzen fast ein Drittel (32 Prozent) des privaten Finanzvermögens. Die 10 Prozent der reichsten Österreicher verfügen über fast zwei Drittel aller Geldrücklagen. Übrigens sind 8.700 der heimischen Millionäre in der Steiermark zu Hause.
Ein Glücksspielkönig
Als Spitzenreiter unter den Superreichen wurden in Österreich
identifiziert. Letzterer beweist, dass die unzureichende Besteuerung der einarmigen Banditen (des sogenannten Kleinen Glücksspiels) ausschließlich dem privaten Vermögensaufbau dient.
Diese Datensammlung wirft ein bezeichnendes Licht auf die Zurückhaltung von SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen in puncto Reichensteuer. Sie argumentieren, dass bei den „wenigen Reichen“ ohnehin „nichts zu holen sei.“
Und: Letzendlich gehören viele Abgeordnete zum Club der Reichen. Und die können sie sich die Hände reiben: Im Vergleich zu den 25 Prozent Zinsertragssteuer der kleinen Sparer brauchen sie aufgrund von Stiftungs- und Gruppenbesteuerung nur einen Bettel abzuliefern.
Claudia Klimt-Weithaler, KPÖ-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, betont, dass die KPÖ vehement für eine Reichensteuer eintritt, um gegen die soziale Ungleichheit in Österreich wirksam vorzugehen. Vor einem Jahr hat die KPÖ die Unterschriften von tausenden Steirerinnen und Steirern für dieses Ziel gesammelt und eine Petition an den Nationalrat eingebracht.
Gerechtigkeit: KPÖ drängt auf Reichensteuer
„Statt der Bevölkerung neue Sparpakete und Einschnitte zuzumuten, müssen endlich jene zur Kasse gebeten werden, die die Krise ausgelöst haben und von ihr auf unverschämte Weise profitieren. Nicht der Sozialstaat ist zu teuer, wie die Interessenvertreter der Superreichen behaupten, sondern die Rettungspakte, die nur den Zweck erfüllen, die Vermögen der Superreichen zu sichern”, so Claudia Klimt-Weithaler.
Diesen und weitere Artikel zum Thema finden Sie in der Augustausgabe der "Steirischen Volksstimme"
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Aktuelle Ausgabe der "Steirischen Volksstimme" pdf, 5,1M, 26-07-10 |